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Zimmer mann.
der angeblich keines Beweises bedürftigen Annahme des letzteren
auf die Untrüglickkeit der demselben entstammenden Urthcile.
Harne selbst scheint gefühlt zu haben, dass die Begründung
der Moral auf die Aussprüche eines Vermögens, dessen
Existenz zwar angeblich Thatsache, aber der That nach blosse
Annahme ist, keine empirische heissen könne; darum sucht er
die Annahme der Existenz des sittlichen Geschmackes noch
auf einem anderen Wege zu rechtfertigen, welcher allerdings
ebenso wenig empirisch genannt werden kann. ,Da die Tugend
ein Endzweck/ sagt er (a. a. O. S. 132), ,und um ihrer selbst
willen, ohne weiteren Lohn und Sold, nur wegen der unmittelbaren
Befriedigung, die sie gewährt, wünschenswerth ist, so
muss es ein Gefühl geben, an welches sie rührt, einen
inneren Geschmack, oder ein inneres Gefühl, oder wie immer
man es nennen will, welches das moralisch Gute und Ueble
unterscheidet, das eine erfasst, das andere verwirft/ In dieser
Stelle wird die Existenz des sittlichen Geschmackes aus der
Erwägung abgeleitet, dass ohne die Annahme derselben die
Existenz tugendhaften, d. i. durch die Rücksicht auf Lohn und
Sold imbeeinflussten Handelns unmöglich wäre. Die Existenz
des sittlichen Geschmackes und jene des tugendhaften Handelns
werden in solcher Verbindung untereinander stehend gedacht,
dass entweder die erstere zugegeben oder auf die letztere verzichtet
werden müsse. Da Hume (was ihm Ehre macht) der
Ansicht zu sein scheint, dass auf die Existenz tugendhaften
Handelns schlechterdings nicht verzichtet werden könne, bleibt
nichts anderes übrig, als sich für die Annahme der Existenz
eines Vermögens, wie es der sittliche Geschmack ist, zu entscheiden.
Wem würde an dieser Stelle nicht die von Kant bevorzugte,
angeblich von Newton entlehnte, Methode der von ihm
sogenannten transccndentalen Deduction in den Sinn kommen?
Wenn die synthetisch - apriorische Natur der mathematischen
Urtheile nicht anders als durch die Annahme der Existenz
sogenannter reiner Anschauungen zu retten ist, so muss die
letztere behauptet werden, heisst es in der transcendentalen
Aesthetik Kant’s; wenn die Existenz tugendhaften Handelns
nicht anders als unter der Annahme der Existenz eines inneren
Geschmackes, welcher das moralisch Gute erfasst und das