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Zimmerraan n.
Wissenschaften, diese der Ethik als Wissenschaft von den
löblichen und schändlichen Willenseigenschaften als principielle
Grundlage und Ausgangspunkt.
Vorstehendes enthält den Grund, warum Hume selbst die
Methode seiner Moral als empirisch und diese selbst als eine
empirische Wissenschaft bezeichnet hat. Beides ist, wie man
sieht, nicht in dem Sinne zu verstehen, in welchem das Wort
gewöhnlich genommen wird: die Moral soll nach Hume weder,
wie die eigentlichen Erfahrungswissenschaften, auf den äusseren
noch wie die empirische Psychologie auf einen sogenannten
inneren Sinn d. i. auf ein blosses Vermögen die inneren Vorgänge
wahrzunehmen, beschränkt, noch soll dieselbe, wie die
sogenannten theoretischen Wissenschaften, eine bloss beschreibende
d. i. mit der Wissenschaft der sogenannten Moralisten
und Moralstatistiker identische Wissenschaft sein. Der innere
Sinn, auf den sie sich stützt, ist kein Erkenntniss- sondern, als
sei es ästhetischer sei es sittlicher Geschmack, vielmehr ein
Beurtheilungsvermögen; die Aussprüche derselben sind nicht
descriptiver, das Wollen und Handeln der Menschen, wie es
ist, in getreuer Wiedergabe nachbildender, sondern vielmehr
normativer d. i. durch die Angabe derjenigen Eigenschaften,
von welchen der persönliche Werth oder Unwerth abhängt,
dem menschlichen Wollen nachahmungswürdige Vorbilder aufstellender
(vorschreibender) Natur. Die Moral stützt sich zwar
auf den Geschmack wie die Erfahrung auf den (äusseren oder
inneren) Sinn, aber Geschmack und (äusserer oder innerer)
Sinn sind von einander so verschieden, wie theoretische Beobachtung
und praktische Beurtheilung, von welchen die eine
sich mit der Wiedergabe des Objectes der Wahrnehmung durch
diese begnügt, ,ohne etwas hinzu zu thun oder hinweg zu nehmen/
während die andere dem Wahrgenommenen gegenüber sich
zustimmend oder ablehnend verhält, dasselbe ,vergoldet' oder
,befleckt.' Während die Existenz des Sinnes (insbesondere des
äusseren) als eine Thatsache gilt, die von niemandem bestritten
und daher als keines Beweises bedürftig angesehen wird, muss
die Existenz des Geschmackes, um für Thatsache gelten zu
können, bewiesen d. i. es darf nicht schlechthin vorausgesetzt
werden, es gebe, wie einen Sinn, der (nach der Meinung der
Empiriker) untrüglich Wirkliches von Nichtwirklichem, so einen