lieber Hurae’s empirische Begründung der Moral.
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Fallen sonacli Vernunft und Geschmack ihren Functionen
nach wirklich auseinander, so ist nun zu untersuchen, oh dieselben,
wie Hume will, sich auch ihren Gebieten nach unterscheiden.
Wenn nach Hume’s Worten die Vernunft die Gegenstände
darlegt, die sich thatsächlich in der Natur vorlinden, der
Geschmack ,alle Gegenstände der Natur' entweder ,vergoldet'
oder ,befleckt', so scheint es als sollten ihre Gebiete d. i. der
Umkreis der Gegenstände, auf welche sich beide beziehen, eher
zusammen- als auseinanderfallen. Jeder Gegenstand, der sich angeblich
in der Natur vorfindet, bietet sowohl der Vernunft als
dem Geschmack zur Ausübung ihrer bezüglichen Functionen eine
Seite dar: der Vernunft, insofern dieselbe ihn entweder als Realität
anerkennt oder als Fiction aus dem Reich des Wirklichen
ausscheidet, dem Geschmack, indem er entweder durch diesen
,vergoldet oder befleckt wird'. Nicht nur nimmt die Vernunft
in den Umfang der Gegenstände, welche sie als thatsächlich
darlegt, ohne zu denselben etwas hinzu zu thun oder von denselben
etwas hinweg zu nehmen, auch die Willenseigenschaften
auf, sondern auch der Geschmack dehnt seine Billigung und
Missbilligung über die Willenseigenschaften hinaus auf särnmtliclie
Gegenstände der wirklichen wie der eingebildeten (poetischen)
Welt aus. Wenn daher zwischen beiden, wie Hume
will, eine Trennung nicht bloss der Function rücksichtlich eines
und desselben Gebietes, sondern eine Trennung der Gebiete
stattfinden soll, so können die Gegenstände, die unter die
eine, und jene, die unter den anderen fallen, d. i. die Objecte
der Vernunft und jene des Geschmackes nicht dieselben sein,
während sie doch, da nach obigem jeder Gegenstand sowohl
der Function der Vernunft wie jener des Geschmackes eine
Seite darbietet, zugleich dieselben sein sollen.
Die Lösung des scheinbaren Widerspruchs liegt darin, dass
das Object der Vernunft der Gegenstand selbst, jenes des
Geschmackes die blosse Vorstellung desselben ist. Sein oder
Nichtsein des ersteren ist Aufgabe der Vernunft, Lob oder
Tadel der letzteren ist Werk des Geschmackes. Da jedem
Gegenstand, er sei real oder fingirt, eine Vorstellung entspricht,
so bietet in der That jeder Gegenstand sowohl der Vernunft
wie dem Geschmack eine Seite dar. Jener, indem er selbst,
insofern er ist oder nicht ist, diesem, indem seine Vorstellung,