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Z i in in e r m a n n.
Wesens und Wollens vorfinden ,oline etwas 'hinzuzufügen oder
wegzunehmen'; der Gesell mack legt gleichfalls die Willenseigenschaften
dar, aber nicht, wie sie sich thatsächlich vorfinden, sondern
so, dass er zu denselben etwas hinzufügt, Lob (, Yergoldung 1 )
zu den einen, Tadel (,Befleckung 1 ) zu den anderen. Derselbe
wird daher von Hume ,productiv 1 genannt, weil er etwas aus
sich erzeugt und an die Dinge heranbringt, was er nicht aus
diesen genommen hat (Lob und Tadel); folgerichtig hätte er
die Vernunft, welche nur das thatsächlich in den Gegenständen
Vorhandene wiedergibt, ohne etwas aus eigenem hinzuzuthun,
als reproductives Vermögen bezeichnen müssen. Dieselbe wird
von ihm ,kalt und gleichgültig 1 genannt, da sie sich begnügt,
die Gegenstände darzustellen, wie sie sind; während der Geschmack,
indem er die einen ,vergoldet 1 , die anderen ,befleckt 1 ,
an den einen Gefallen, an den anderen Missfallen findet, durch
jene vergnügt, beseligt, durch diese abgestossen, mit Trauer
erfüllt wird, in beiden Fällen Antheil an den Gegenständen
nimmt, durch dieselben erwärmt und in Erregung versetzt wird.
Beide unterscheiden sich demnach den Gegenständen gegenüber,
wie Hume mit Recht sagt, durch ihre ,Function 1 ; indem
die Vernunft dieselben erkennt (beschreibt), der sittliche Geschmack
denselben einen Werth beilegt oder abspricht (dieselben
beurtheilt). In Ausübung der ihr eigentümlichen Function
zerfallen für die Vernunft die Gegenstände in solche, die
thatsächlich sind, und solche, die es nicht sind (Realitäten und
Fictionen); in der Ausübung der seinigen zerfallen dieselben
für den Geschmack in schöne und hässliche, lobens- und tadelnswerte
(gute und böse). Insofern unter die thatsächlich gegebenen
Gegenstände auch die am Menschen vorkommenden
Willenseigenschaften gehören, fällt der Vernunft vermöge ihrer
eigentümlichen Function die Aufgabe zu, diejenigen, welche
am Menschen thatsächlich sich vorfinden (die realen), von den
demselben irriger Weise beigelegten (fingirten) Willenseigenschaften
zu unterscheiden, gleichviel, ob dieselben lobenswert
oder tadelnswürdig seien, während der Geschmack vermöge
der seinigen die einen Willenseigenschaften lobt, die anderen
tadelt, und dadurch jene als gute (Tugenden) diesen als bösen
(Lastern) gegeniiberstellt, gleichviel, ob dieselben reale oder
fingirte seien.