TJeber Hume’s empirische Begründnng der Moral.
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Besitz derselben für den Besitzer herbeiführt, so ist dies auch
überhaupt der Besitz d. i. das thatsächliche Vorhandensein derselben;
mit anderen Worten, diejenigen Willenseigenschaften,
welche unmittelbar gefallen, thun dies ebenso gut, wenn sie
wirklich vorhanden sind, als wenn sie blos vorgestellt (imaginirt)
werden, oder das Gefallen gewisser Willenseigenschaften fliesst
einzig und ausschliesslich aus deren Vorstellung.
Sonach wäre das sittliche Gefühl oder der sittliche Geschmack
eine innere Stimme, welche gewisse Willenseigenschaften
unmittelbar auf die blosse Vorstellung derselben hin,
von deren thatsächlicher Existenz oder Nichtexistenz ganz abgesehen,
lobt oder tadelt, vorzieht oder verwirft. Willenseigenschaften,
deren blosse Vorstellung genügt, um von dem
sittlichen Gefühle oder Geschmacke vorgezogen zu werden, sind
tugendhafte, solche, deren blosse Vorstellung hinreicht, damit
sie von demselben verworfen werden, lasterhafte zu nennen.
Die Frage, ob sowohl Willenseigenschaften der ersteren wie
solche der letzteren Art thatsächlich vorhanden sind, waren
oder je sein werden, übt auf jene ihrer Vorzüglichkeit oder
Verwerflichkeit keinerlei Einfluss aus.
Hume legt Gewicht darauf, dass der sittliche Geschmack
oder das sittliche Gefühl etwas anderes als die Vernunft und
von dieser rücksichtlich sowohl ihrer Function als ihrem Gebiete
nach genau zu unterscheiden sei. ,Die Vernunft/ sagt er
(a. a.O.S. 132),,bringt die Erkenntniss des Wahren und Falschen,
der Geschmack gibt das Gefühl des Schönen und Hässlichen,
des Lasters und der Tugend. Die eine legt die Gegenstände
dar, wie sie sich thatsächlich in der Natur vorfinden, ohne etwas
hinzuzufügen oder wegzunehmen; der andere hat ein productives
Vermögen, und indem er alle Gegenstände der Natur
mit den von dem inneren Gefühle erborgten Farben entweder
vergoldet oder befleckt, bringt er gleichsam eine neue Schöpfung
hervor/ Zu den Dingen, die sich ,thatsächlich in der Natur
vorfinden', gehören nun die Willenseigenschaften selbst; in dem
Lob, welches den einen, dem Tadel, welcher den anderen
,unmittelbar' zufliesst, besteht deren ,Vergoldung' oder ,Befleckung'
durch den sittlichen Geschmack. Wie die übrigen
Gegenstände so legt die ,Vernunft' die Willenseigenschaften
dar, wie sie sich ,thatsächlich' innerhalb des menschlichen