lieber Hume’s empirische Begründung der Moral.
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Umstande eintrete, bevor und ob ein solcher in der Erfahrung angetroffen
worden oder überhaupt jemals in derselben gegeben sei.
Sonach ist klar, dass, um diejenigen Willenseigenschaften
zu entdecken, an welche ethische Werthbestimmungen, Lob
und Tadel geknüpft sind, es nicht nothwendig ist, von der
Betrachtung des wirklichen d. i. durch Erfahrung an lebenden
oder lebendig gewesenen Menschen gegebenen (geschichtlichen)
Wollens auszugehen, sondern, dass zu diesem Zwecke blosse
Willensbilder d. i. Vorstellungen von menschlichem Wollen
ausreichen. Da nun jene Entdeckung die Aufgabe der Ethik
als Wissenschaft thatsächlich ausmacht, so folgt, dass die Grundlage
jener, im Unterschied von den Entdeckungen z. B. auf
naturwissenschaftlichem oder geschichtlichem Gebiete, darin gelegen
sei, dass dieselbe aus blos idealen Objecten (Vorstellungen,
Bildern), jene der naturwissenschaftlichen und geschichtlichen
Entdeckungen aber aus realen Objecten (wirklichen Naturkörpern,
wirklichen Handlungen) besteht. Naturwissenschaftliche
und geschichtliche Entdeckungen charakterisiren sich dadurch,
dass von einem Naturkörper, von einer vollzogenen
Handlung, von welchen bisher keine Vorstellung vorhanden
war, eine denselben entsprechende Vorstellung entsteht; ethische
Entdeckungen charakterisiren sich dadurch, dass an die
Vorstellung einer gewissen Willenseigenschaft eine auf das
Object derselben (die Willenseigenschaft) bezügliche Werthbestimmung
als unbedingt (d. i. unter allen Umständen) geknüpft
erkannt wird. In ersterem Sinne sagen wir, dass Copernicus
die Bewegung der Erde um die Sonne und Columbus
Amerika entdeckt habe; in letzterem Sinne darf Hume die
Entdeckung des Wohlwollens als derjenigen Willenseigenschaft,
welcher unbedingter Werth zukommt, für sich in Anspruch
nehmen. Während aber die Copernicanische Vorstellung von
dem Verliältniss der Erde zu der Sonne und die Vorstellung
des Columbus von der Existenz des neuen Welttheiles dadurch
zu Entdeckungen erhoben wurden, dass dieselben durch die
Erfahrung an den wirklichen Objecten eine Bestätigung erhielten,
hängt die Richtigkeit der Hume’schen Entdeckung nicht
erst von dem Umstande ab, ob und dass Wohlwollen auch wirklich
unter den Menschen gefunden wurde, sondern seine Behauptung,
dass das Wohlwollen eine woldgefällige und den