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Zimmermann.
zwar sowohl die eine als die andere Art von Willenseigenschaften
hei ihm vereinigt anzutreffen glauben, aber der einen
derselben (der wohlwollenden) als seiner ,besseren' Natur vor
der anderen (der selbstsüchtigen) als seiner ,schlechteren 1 den
Vorzug einräumen (Comte). Denn da die Beobachtung des
menschlichen Wollens nichts anderes lehrt und lehren kann
als dessen thatsächliche, entweder gänzlich eigennützige oder
uneigennützige, oder zum Theil eigennützige zum Theil uneigennützige
Beschaffenheit, wie käme der Beobachter dazu, den
Menschen um des ersteren Ergebnisses willen schlecht, um des
zweiten willen gut und unter den beiden Arten seines Wollens,
die das Ergebniss des dritten Falles sind, die eine besser als
die andere zu finden, wenn er nicht von vorneherein einen ethischen
Massstab mitbrächte, kraft dessen ihm uneigennütziges
Wollen für lobens-, eigennütziges für tadelnswerth gilt, und das
Vorherrschen des einen oder des anderen im Menschen sein Urtheilüber
den Werth oder Unwerth des letzteren selbst bestimmt?
Hat er aber diesen Massstab nicht aus ber Beobachtung
des wirklichen Wollens des Menschen gewonnen, woraus könnte
er denselben geschöpft haben, als aus der Betrachtung des
möglichen Wollens desselben d. i. eines von ihm blos vorgestellten,
nicht thatsächlich beobachteten menschlichen Wollens?
Das Wollen als Gegenstand empirischer Beobachtung und dieses
als Gegenstand ethischer Beurtlieilung unterscheiden sich von
einander wie wirkliches und gedachtes, Willensact und blosse
Vorstellung eines solchen, reales und ideelles, Gegenstand und
Bild. Während in der Beobachtung es der Gegenstand ist,
■welcher eine auf ihn bezügliche Vorstellung (Abbildung) im
Geiste, ist es bei der Beurtheilung die blosse Vorstellung eines
solchen, welche eine auf diesen bezügliche Werthbestimmung
(Beifall oder Missfallen, Lob oder Tadel) im Gemütlie erzeugt.
Und da, wie die Erfahrung, die wir an mit poetischer Imagination
ausgestatteten Geistern machen, zeigt, die Vorstellung irgend
eines Objectes sehr wohl im Intellect vorhanden sein kann,
ehe und ohne dass ein derselben entsprechendes Object in der
Erfahrung thatsächlich angetroffen worden ist und angetroffen
wird, so steht nichts im Wege, dass eine aus der Betrachtung
dieser Vorstellung fliessende Werthbestimmung des durch dieselbe
vorgestellten Objectes früher und unabhängig von dem