Ueber Hume’s empirische Begründung der Moral.
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einstimmende bestimmte, ging sie dabei von der Voraussetzung
aus, dass die Natur selbst gut, nicht nur Werk, sondern auch
Ausdruck der Vernunft sei, ohne zu gewahren, dass eben diese
Voraussetzung einen Begriff vom Guten und damit gerade dasjenige
bedinge, was mittels des Vorausgesetzten zu erweisen
sei, der Satz: gut sei, was vernünftig d. i. naturgemäss, daher
wesentlich den tautologischen Sinn habe, dass gut sei, was gut ist.
Beide, Hume und Herbart, kommen darin überein, dass
sie in Ansehung dessen, was ethisch unbedingt lobens- oder
tadelnswerth sei, sich auf das Gefühl berufen, von welchem
die Vorstellung einer gewissen Handlungsweise oder Willensbeschaffenheit
desto sicherer begleitet wird, je weniger anderen
Bedingungen als dieser Vorstellung selbst auf das Zustandekommen
jenes Gefühls Einfluss gestattet wird. ,Die blosse
Vorstellung/ sagt Hume 1 (S. 103), ,die wir uns von der Wirkung
gewisser Eigenschaften eines anderen, obwohl dieser nicht zu
unseren Bekannten gehört und uns durch diese Vorzüge nie ein
Vergnügen gewährt hat, im Falle ihres Bekanntwerdens machen,
übt einen angenehmen Einfluss auf unsere Einbildungskraft und
erweckt in uns das Gefühl des Beifalls.' Wenn die blosse Vorstellung
diese Macht besitzt, so leuchtet ein, dass der Umstand,
ob derselben ein wirklicher Gegenstand entspricht oder nicht entspricht,
für diesen Zweck völlig gleichgiltig sei, dass wir uns also,
statt Willenseigenschaften zu beurtheilen, welche thatsächlich
an wirklichem Wollen wirklicher oder wirklich gewesener
Personen Vorkommen, mit der Beurtheilung blosser Bilder von
solchen d. i. von Willenseigenschaften genügen lassen können,
die am Wollen möglich, aber nicht nothwendig an irgend einem
wirklich sind oder gewesen sind. Dadurch gewinnen wir den
Vortheil, uns nicht auf diejenigen Willenseigenschaften bei der
Grundlegung der Ethik beschränken zu müssen, die wir oder
andere in der Erfahrung thatsächlich angetroffen haben, dass
daher, wenn von uns gewisse Willenseigenschaften vorzüglich
oder verwerflich gefunden werden, die Entscheidung in keiner
Weise durch Einwendungen wie die: dass derartige Willenseigenschaften
thatsächlich niemals vorkämen, geschädigt werden
1 Vgl. Hume: Eine Untersuchung über die Principien der Moral. Deutsch
von Th. G. Masaryk. Wien, 1883.