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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Z  i  m  m  er  in  u  u  n.

Wollen  aufgehoben  und  an  dessen  Stelle  jener  mehr  oder  weniger
realer  d.  i.  mehr  oder  weniger  sich  behauptender  Wollen
gesetzt,  der  Erfolg  zum  Kennzeichen  des  Rechts,  die  Logik
der  Thatsachen  zur  Ethik  des  Willens  erhoben  wird.
Das  letzte  der  oben  angeführten  angeblichen  Kennzeichen
des  guten  Wollens,  dessen  Vernünftigkeit,  drückt  zwar,  wenn
unter  Vernunft  die  praktische  Vernunft,  also  diejenige  verstanden ­
  wird,  von  deren  Ausspruch  der  Werth  oder  Unwerth
des  Wollens  abhängig  ist,  ein.  ausschliessliches  Merkmal  des
guten  Wollens  in  der  Weise  aus,  dass  jedes  von  der  praktischen
Vernunft  als  vernünftig  anerkannte  Wollen  gut  ist  und  jedes
gute  Wollen  von  dieser  als  vernünftig  anerkannt  wird,  läuft
aber  im  Grunde  auf  eine  leere  Tautologie,  ein  idem  per  idem
hinaus,  indem  zwar  nur  gut  ist,  was  die  praktische  Vernunft  als
solches  bestimmt,  aber  auch  nur  jene  Vernunft,  welche  das  Gute
bestimmt,  die  praktische  Vernunft  ist.  Wird  jedoch  unter  Vernunft ­
  die  theoretische  Vernunft  entweder  im  formalen  (logischen)
oder  im  realen  (metaphysischen)  Sinne  verstanden,  so  dass
entweder  jedes  Wollen,  das  (im  logischen  Sinne)  widerspruchslos, ­
  oder  das  mit  dem  Inhalt  der  theoretischen  Philosophie  (im
metaphysischen  Sinne)  d.  i.  dem  Wesen  der  wirklichen  Natur
oder  der  wirklichen  Geschichte  in  Uebereinstimmung  steht,  gut
sei,  so  fiele  im  ersteren  Falle  gutes  Wollen  mit  dem  Wollen
eines  Möglichen,  böses  Wollen  mit  dem  eines  Unmöglichen;
im  zweiten  Falle  gutes  Wollen  mit  dem  Wollen  eines  dem  Wirklichen ­
  dem  Wesen  nach  Verwandten,  böses  mit  dem  Wollen  eines
dem  Wesen  des  Wirklichen  Entgegengesetzten  zusammen,  würde
das  Ethische  im  ersten  Falle  vom  Logischen,  im  zweiten  Falle
vom  Physischen  abhängig,  und  im  ersten  Falle  Möglichkeit  oder
Unmöglichkeit,  im  zweiten  Falle  Wirklichkeit  oder  Nichtwirklichkeit ­
  zum  Prüfstein  und  Massstab  vonWerth  und  Unwerth  gemacht.
Letzteres  würde  nur  dann  erlaubt,  das  gute  Wollen  nur
dann  mit  dem  Wollen  des  Möglichen  oder  Wirklichen  identisch
sein,  wenn  entweder  das  logisch  Mögliche  auf  das  ethisch  Gebotene ­
  eingeschränkt,  das  logisch  Unmögliche  mit  dem  ethisch
Unerlaubten  identisch,  oder,  wie  im  Optimismus,  das  Seiende
das  Beste  unter  den  Möglichen,  ein  anderes  als  das  Wirkliche
nicht  nur  unmöglich,  sondern  auch  schlechter  als  dieses  wäre.
Indem  die  stoische  Schule  das  Gute  als  das  mit  der  Natur  Ueber-
            
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