Ueber Hume’s empirische Begründung der Moral.
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ihre Aufgabe vollkommen erfüllen will, den Inhalt des Gegenstandes,
von dem sie bandelt, so vollständig als irgend möglich
zu erschöpfen trachten muss und sich mit der Angabe
eines einzigen Merkmales desselben, auch wenn dasselbe ein
ihm ausschliesslich zukommendes und folglich charakteristisches
wäre, nicht begnügen darf: andererseits dass, auch wenn dasselbe
ein ihm ausschliessend zukommendes Merkmal sein und daher
zur Unterscheidung des Gegenstandes von anderen allerdings
ausreichend sein sollte, die Wissenschaft sich mit der Thatsache,
dass dasselbe dem Gegenstand ausschliessend zukomme, nicht
zufrieden geben darf, sondern weiters den Grund, um dessen
willen dasselbe nur diesem Gegenstand zukomme, aus der Natur
des letzteren selbst zu begründen trachten muss. Unter den
oben angeführten Merkmalen des guten Wollens ist das von
Kant angegebene, wie wiederholt bemerkt worden, kein ausschliessliches,
indem es augenscheinlich verwerfliche Maximen
gibt, welche, als allgemeines Gesetz gedacht, doch auf keinen
Widerspruch führen, z. B. die Maxime, anvertraute Güter nicht
zurückzugeben. Ebenso wenig ist das von Fichte angegebene
ein dem guten Wollen ausschliesslich zukommendes, da auch
augenscheinlich verwerfliches Wollen, z. B. dem anderen so
viel als irgend möglich Schaden zuzufügen, frei d. i. um seiner
selbst willen (ohne jedes selbstsüchtige Motiv) gewollt werden
kann. Die Allgemeinheit ist, wenn sie so viel als Allgemeingiltigkeit
bezeichnet, zwar ein dem guten Wollen ausschliesslich
zukommendes Merkmal, jedoch ein solches, welches demselben
eben um seiner Güte willen zukommt, so dass das gute Wollen
nicht deshalb, weil es allgemein giltig, gut. sondern umgekehrt,
weil es gut, allgemein giltig ist. Bedeutet dagegen Allgemeinheit
nichts weiter als die Möglichkeit, als allgemeines Gesetz
ohne Widerspruch aufgestellt zu werden, so gilt gegen dieselbe,
was oben gegen Kant bemerkt worden ist. Fällt endlich, wie
es bei den platonisirenden Metaphysikern der Fall ist, das
Allgemeine mit dem Seienden, so fällt unvermeidlich auch das
mit jenem identische Gute mit diesem in eins zusammen, so
dass als Kennzeichen des guten Wollens nicht sowohl die
Allgemeinheit als die Realität des Wollens, und folglich jedes
Wollen in dem Grade für gut gilt, als es real ist, wodurch
innerhalb der realen Wollen jeder Unterschied guter und böser