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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Zimmer  m  a  n  n.

gruent  mit  dessen  Subjecte  sei:  so  deducirt  er  die  zweite  aus.  der
logischen  Natur  derjenigen  Eintheilung,  aus  welcher  die  Reihe
der  unbedingt  lobens-  oder  tadelnswerthon  Willenseigenschaften
hervorgeht,  d.  i.  daraus,  dass  dieselbe  eine  streng  dichotomische
sei,  in  welcher  je  zwei  aufeinanderfolgende  Glieder  sich  untereinander ­
  ebenso  vollkommen  ausschliessen,  wie  sich  alle  zusammengenommen ­
  zum  Umfang  des  Eintheilungsganzen  ergänzen.
Wenn  ein  identisches  Urtheil  nothwendig  allgemein  giltig  d.  i.
für  jedermann  nothwendig  das  gleiche  ist,  so  muss  eine  aus
logisch  vollständiger  Eintheilung  hervorgegangenc  Aufzählung
ebenso  nothwendig  vollständig,  ebenso  der  Vermehrung  wie
der  Verminderung  sowohl  der  Zahl  wie  der  Beschaffenheit  ihrer
Glieder  nach  unfähig  sein.
Wie  Iiume  als  Ethiker  Repräsentant  des  naiven,  so  ist
Herbart  als  solcher  der  des  kritischen  Dogmatismus.  Beide
stimmen  im  Gegensatz  zum  ethischen  Skepticismus  darin  überein,
dass  allgemein  gütige  ethische  Werthbestimmungen  möglich  seien,
beide,  im  Gegensatz  zum  ethischen  Formalismus  (Kant’s),  auch
darin,  dass  der  Werth  des  Wollens  in  einer  gewissen  Beschaffenheit ­
  seines  Inhaltes  (objectiv),  statt  in  dessen  ,Form‘  d.  i.  in  dessen
Verhalten  zum  Wollenden  (subjectiv)  gelegen  sei.  Während  der
ethische  Skepticismus  behauptet,  dass  überhaupt  keinerlei  Wollen
für  alle  gut  oder  verwerflich,  während  der  ethische  Formalismus ­
  lehrt,  dass  jedes  Wollen  ohne  Unterschied  gut  sei,  welches
vernünftig  d.  i.  in  mit  der  Vernunft  übereinstimmender  Weise
gewollt  oder  durch  diese  geboten  werde,  gehen  jene  beiden
gleichmässig  von  der  Ueberzeugung  aus,  dass  sowohl  ein  und
dasselbe  Wollen  für  alle  löblich  oder  tadelnswerth,  als  dass
die  Eigenschaften,  welche  das  Wollen  zum  lobens-  oder  tadelnswerthen
  machen,  objective  nicht  subjective  seien.  Der  ethische
Skepticismus  hebt  die  Ethik  als  Wissenschaft  auf;  der  ethische
Formalismus  verzichtet  airf  die  Inhaltsangabe  und  setzt  an  deren
Stelle  ein  Kennzeichen  des  guten  Wollens,  z.  B.  dass  dasselbe,
als  allgemeines  Gesetz  gedacht,  auf  keinen,  dagegen  dessen
Gegentheil,  als  Gesetz  gedacht,  auf  einen  Widerspruch  führe
(Kant),  oder  dass  dasselbe  freies:  d.  i.  nur  um  seiner  selbst
willen  gewolltes  Wollen  sei  (Fichte),  oder  dass  es  allgemeines
Wollen  (Hegel),  oder  vernünftiges  Wollen  (Stoiker)  sei.  Dagegen
ist  zu  bemerken:  einerseits  dass  die  Wissenschaft,  wenn  sie
            
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