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Uebelwollen Streit und Ungerechtigkeit (Unbilligkeit), die zu
letzt genannten aber als Rechtlichkeit und Gerechtigkeit bezeichnet,
so folgt, dass jedes unbedingt lobenswerthe Wollen
mindestens eine der drei zuerst genannten, jedes unbedingt
verwerfliche wenigstens eine der an zweiter Stelle angeführten
Eigenschaften besitzen müsse, während das Wollen, das weder
Lob erwirbt noch dem Tadel sich aussetzt, nur entweder ein
rechtliches oder gerechtes (billiges) sein kann.
Dabei drückt Vollkommenheit des Wollens einen Grad von
Stärke desselben aus, welcher den jedes anderen mit ihm verglichenen
Wollens übertrifft; innere Freiheit bezeichnet einen so
hohen Grad von Uebereinstimmung zwischen dem Inhalt der
eigenen praktischen Gesinnung und dem eigenen thatsächlidien
Wollen, wie er sich nur unter der Voraussetzung, dass zwischen
beiden ein ursächliches Verhältnis stattfinde, das Wollen wirklich
durch die Gesinnung (Wille durch Intellect) determhnrt,
dagegen vom Einfluss der Sinnlichkeit, des Affectes und der
Leidenschaft entbunden, also ,innerlich' frei sei, als möglich, ja
nothwendig annehmen lässt; Wohlwollen denjenigen Grad von
Uebereinstimmung zwischen dem Inhalte des eigenen wirklichen
und dem Inhalt des als im anderen vorhanden vorgestellten
Wollens, wie er sich nur unter der Voraussetzung, dass die Vorstellung,
der andere hege ein gewisses Wollen, der einzige und
ausschliessliche Beweggrund sei, meinerseits (also völlig selbstlos)
dasselbe zu dem meinigen zu machen, erklären lässt. Unvollkommenheit
Unfreiheit Uebelwollen drücken die beziehungsweisen
Gegentheile: erstere die vergleichsweise Schwäche; Unfreiheit
einen solchen Grad der Nichtübereinstimmung des eigenen Wollens
mit der eigenen Gesinnung aus, dass man voraussetzen muss,
zwischen beiden finde gar kein realer Zusammenhang statt,
das Wollen sei entweder pure Willkür oder es unterliege dem
Einfluss anderer Mächte, als die eigene Gesinnung ist, sei der
Sinnlichkeit, dem Affect oder der Leidenschaft verfallen; Uebelwollen
endlich einen solchen Gegensatz des eigenen und des
im anderen als vorhanden vorgestellten Wollens, dass man annehmen
muss, diese Vorstellung sei nicht nur Motiv, sondern
sogar, sie sei das einzige Motiv gewesen, welches den Willen
bestimmt habe, die dem vorausgesetzten Wollen des andern
entgegengesetzte Richtung einzuschlagen. Streitsucht endlich