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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Zi  mm  ermann.

Uebelwollen  Streit  und  Ungerechtigkeit  (Unbilligkeit),  die  zu
letzt  genannten  aber  als  Rechtlichkeit  und  Gerechtigkeit  bezeichnet, ­
  so  folgt,  dass  jedes  unbedingt  lobenswerthe  Wollen
mindestens  eine  der  drei  zuerst  genannten,  jedes  unbedingt
verwerfliche  wenigstens  eine  der  an  zweiter  Stelle  angeführten
Eigenschaften  besitzen  müsse,  während  das  Wollen,  das  weder
Lob  erwirbt  noch  dem  Tadel  sich  aussetzt,  nur  entweder  ein
rechtliches  oder  gerechtes  (billiges)  sein  kann.
Dabei  drückt  Vollkommenheit  des  Wollens  einen  Grad  von
Stärke  desselben  aus,  welcher  den  jedes  anderen  mit  ihm  verglichenen ­
  Wollens  übertrifft;  innere  Freiheit  bezeichnet  einen  so
hohen  Grad  von  Uebereinstimmung  zwischen  dem  Inhalt  der
eigenen  praktischen  Gesinnung  und  dem  eigenen  thatsächlidien
Wollen,  wie  er  sich  nur  unter  der  Voraussetzung,  dass  zwischen
beiden  ein  ursächliches  Verhältnis  stattfinde,  das  Wollen  wirklich ­
  durch  die  Gesinnung  (Wille  durch  Intellect)  determhnrt,
dagegen  vom  Einfluss  der  Sinnlichkeit,  des  Affectes  und  der
Leidenschaft  entbunden,  also  ,innerlich'  frei  sei,  als  möglich,  ja
nothwendig  annehmen  lässt;  Wohlwollen  denjenigen  Grad  von
Uebereinstimmung  zwischen  dem  Inhalte  des  eigenen  wirklichen
und  dem  Inhalt  des  als  im  anderen  vorhanden  vorgestellten
Wollens,  wie  er  sich  nur  unter  der  Voraussetzung,  dass  die  Vorstellung, ­
  der  andere  hege  ein  gewisses  Wollen,  der  einzige  und
ausschliessliche  Beweggrund  sei,  meinerseits  (also  völlig  selbstlos)
dasselbe  zu  dem  meinigen  zu  machen,  erklären  lässt.  Unvollkommenheit ­
  Unfreiheit  Uebelwollen  drücken  die  beziehungsweisen
Gegentheile:  erstere  die  vergleichsweise  Schwäche;  Unfreiheit
einen  solchen  Grad  der  Nichtübereinstimmung  des  eigenen  Wollens
mit  der  eigenen  Gesinnung  aus,  dass  man  voraussetzen  muss,
zwischen  beiden  finde  gar  kein  realer  Zusammenhang  statt,
das  Wollen  sei  entweder  pure  Willkür  oder  es  unterliege  dem
Einfluss  anderer  Mächte,  als  die  eigene  Gesinnung  ist,  sei  der
Sinnlichkeit,  dem  Affect  oder  der  Leidenschaft  verfallen;  Uebelwollen ­
  endlich  einen  solchen  Gegensatz  des  eigenen  und  des
im  anderen  als  vorhanden  vorgestellten  Wollens,  dass  man  annehmen ­
  muss,  diese  Vorstellung  sei  nicht  nur  Motiv,  sondern
sogar,  sie  sei  das  einzige  Motiv  gewesen,  welches  den  Willen
bestimmt  habe,  die  dem  vorausgesetzten  Wollen  des  andern
entgegengesetzte  Richtung  einzuschlagen.  Streitsucht  endlich
            
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