Ueber Hurae’s empirische Begründung der Moral.
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besser, als diese; aber auch beide von Umständen, die entweder
wie in dem erst angeführten Falle überhaupt nicht
ethischer, oder wie in diesem Falle nicht ethisch werthvoller
Natur sind, abhängig; beide sind vorübergehend, der eine ein
blosser Waffenstillstand, bei welchem die Kraft zu kämpfen
fehlt, der Wille dazu geblieben ist, der andere ein Werk kluger
Berechnung, deren höchstes Ziel die Verminderung des Nachund
die Vermehrung des Vortheils ist; beide hängen, der eine
von psycho-physischen, der andere von ökonomischen Gesetzen
und Constellationen ab, deren Erfolge nach Zeit Ort und Umständen
wechseln.
Wie anders, wenn die den Willen bestimmenden Motive
absolut, also weder von Zeit Ort noch Umständen bedingt
sind! Wie dieselben wechseln, wenn sie von der Beziehung
der Störung auf die Wollenden, entweder auf deren physische
oder auf deren eudaemonistische und utilitarische auf den Gewinn
grösstmöglichen persönlichen Vortheils gerichteten Natur, hergenommen
werden: so stetig bleiben dieselben, wenn sie aus
der Natur der Störung selbst und ausschliesslich fliessen. Diese
als Störung ist unter allen Umständen ein Disharmonisches und
folglich unbedingt und unter allen Umständen missfällig. Wenn
die Natur der Störung und nur diese zum Motive des Wollens
wird, so kann die Richtung dieses letzteren nur eine und muss
um der Unveränderlichkeit und steten Sichselbstgleichlieit des
Motives willen immer dieselbe sein. Dieselbe ist dann keine
andere als Vermeidung der Störung um dieser selbst willen. Da
nun seinem Inhalt nach dieses Motiv sich nicht ändern kann, so
kommt es nur darauf an, dass dasselbe herrschend bleibe, damit
der infolge desselben hergestellte Zustand dauernd und der
Friede niemals gebrochen werde. Die Fortdauer des Friedens
hängt unter diesen Umständen ausschliesslich von der Fortdauer
derjenigen Bedingungen ab, unter welchen das aus der
Natur der Störung selbst fliessende Motiv das stärkste bleibt. Da
nun dieses Motiv kein anderes als die Missfälligkeit der Störung,
also ein ästhetisches oder, da es sich um Willensbeschaffenheiten
handelt, ein ethisches Motiv ist, so folgt, dass der Friede
erhalten bleiben wird, solange das ethische Motiv das stärkste
oder der aus der Beschaffenheit des Gewollten fliessende Beweggrund
(der objective) stärker als jeder aus der Beziehung
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. CV. Bd. UI. Hfl. 49