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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Ueber  Hurae’s  empirische  Begründung  der  Moral.

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besser,  als  diese;  aber  auch  beide  von  Umständen,  die  entweder ­
  wie  in  dem  erst  angeführten  Falle  überhaupt  nicht
ethischer,  oder  wie  in  diesem  Falle  nicht  ethisch  werthvoller
Natur  sind,  abhängig;  beide  sind  vorübergehend,  der  eine  ein
blosser  Waffenstillstand,  bei  welchem  die  Kraft  zu  kämpfen
fehlt,  der  Wille  dazu  geblieben  ist,  der  andere  ein  Werk  kluger
Berechnung,  deren  höchstes  Ziel  die  Verminderung  des  Nachund
  die  Vermehrung  des  Vortheils  ist;  beide  hängen,  der  eine
von  psycho-physischen,  der  andere  von  ökonomischen  Gesetzen
und  Constellationen  ab,  deren  Erfolge  nach  Zeit  Ort  und  Umständen ­
  wechseln.
Wie  anders,  wenn  die  den  Willen  bestimmenden  Motive
absolut,  also  weder  von  Zeit  Ort  noch  Umständen  bedingt
sind!  Wie  dieselben  wechseln,  wenn  sie  von  der  Beziehung
der  Störung  auf  die  Wollenden,  entweder  auf  deren  physische
oder  auf  deren  eudaemonistische  und  utilitarische  auf  den  Gewinn
grösstmöglichen  persönlichen  Vortheils  gerichteten  Natur,  hergenommen ­
  werden:  so  stetig  bleiben  dieselben,  wenn  sie  aus
der  Natur  der  Störung  selbst  und  ausschliesslich  fliessen.  Diese
als  Störung  ist  unter  allen  Umständen  ein  Disharmonisches  und
folglich  unbedingt  und  unter  allen  Umständen  missfällig.  Wenn
die  Natur  der  Störung  und  nur  diese  zum  Motive  des  Wollens
wird,  so  kann  die  Richtung  dieses  letzteren  nur  eine  und  muss
um  der  Unveränderlichkeit  und  steten  Sichselbstgleichlieit  des
Motives  willen  immer  dieselbe  sein.  Dieselbe  ist  dann  keine
andere  als  Vermeidung  der  Störung  um  dieser  selbst  willen.  Da
nun  seinem  Inhalt  nach  dieses  Motiv  sich  nicht  ändern  kann,  so
kommt  es  nur  darauf  an,  dass  dasselbe  herrschend  bleibe,  damit ­
  der  infolge  desselben  hergestellte  Zustand  dauernd  und  der
Friede  niemals  gebrochen  werde.  Die  Fortdauer  des  Friedens
hängt  unter  diesen  Umständen  ausschliesslich  von  der  Fortdauer ­
  derjenigen  Bedingungen  ab,  unter  welchen  das  aus  der
Natur  der  Störung  selbst  fliessende  Motiv  das  stärkste  bleibt.  Da
nun  dieses  Motiv  kein  anderes  als  die  Missfälligkeit  der  Störung,
also  ein  ästhetisches  oder,  da  es  sich  um  Willensbeschaffenheiten ­
  handelt,  ein  ethisches  Motiv  ist,  so  folgt,  dass  der  Friede
erhalten  bleiben  wird,  solange  das  ethische  Motiv  das  stärkste
oder  der  aus  der  Beschaffenheit  des  Gewollten  fliessende  Beweggrund ­
  (der  objective)  stärker  als  jeder  aus  der  Beziehung
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  CV.  Bd.  UI.  Hfl.  49
            
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