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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

■Ucber  Hume’s  empirische  Begründung  der  Moral.

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darunter  befindlichen  disharmonischen  dagegen  solche,  welche
unbedingt  missfallen  und  dem  Wollen,  an  welchem  sie  angetroffen ­
  werden,  ethischen  Unwerth  verleihen.
Das  erste  dieser  Verhältnisse,  dasjenige,  bei  welchem
keine  Beziehung  auf  den  Wollenden  herrscht,  ist  nun  folgendes: ­
  wenn  der  Umstand,  dass  und  ob  ein  Wollen  diesem  oder
jenem  Wollenden  angehört,  unberücksichtigt  bleiben  soll,  so
erübrigen,  um  ein  Wollen  vom  anderen  zu  unterscheiden,  nur
zwei  Punkte:  der  Gegenstand,  auf  welchen,  und  die  Intensität,
mit  welcher  das  Wollen  auf  diesen,  gerichtet  ist.  Der  Gegenstände ­
  des  Wollens  nun  können  so  mannigfaltige  sein,  dass  es
vergebens  wäre,  eine  erschöpfende  Uebersicht  derselben  anzustreben; ­
  denn  da  jede  Vorstellung,  gleichviel  welches  Inhaltes,
in  eine  Lage  gerathen  kann,  in  welcher  sie  durch  was  immer
für  Hindernisse  psychologischer  oder  physiologischer  Natur  in
ihrem  freien  Dasein  gehemmt  wird,  so  kann,  da  jede  Hemmung ­
  Widerstand,  Aufstreben  gegen  das  Hemmniss  zur  Folge
hat,  jede  wie  immer  geartete  Vorstellung  Quelle  und  Inhalt
eines  Begehrens  werden,  welches,  wenn  irriger  oder  berechtigter ­
  Weise  die  Vorstellung  der  Erreichbarkeit  des  Begehrten
hinzutritt,  sich  in  ein  Wollen  desselben  Inhaltes  verwandeln  wird.
Sonach  bleibt  nur  der  zweite  Punkt:  die  Intensität  des  Wollens ­
  übrig,  nach  welchem  obige  Wollen  in  ein  Verhältniss  zu
einander  treten  können.  In  diesem  Falle  leuchtet  ein,  dass  deren
Intensitäten  nur  eines  von  beiden,  gleich  oder  ungleich  sein
können.  Ersterer  Fall  ergibt  kein  Verhältniss;  denn  Wollen,
die  sich  nach  der  Voraussetzung  im  Bezug  auf  den  Wollenden
und  in  Bezug  auf  das  Gewollte  nicht  unterscheiden  und  nun
nach  der  Annahme  gleiche  Intensität  besitzen,  also  sich  auch
der  Intensität  nach  nicht  unterscheiden  sollen,  sind  überhaupt
gar  nicht  unterschieden,  sondern  nach  dem  Grundsatz  de  identitate
  indiscernibilium  ein  und  dasselbe  d.  i.  nicht  zwei  sondern
ein  einziges  Wollen.  Der  Intensität  nach  ungleiche  Wollen
aber  können  nicht  anders  als  eines  das  stärkere,  das  andere
das  schwächere  sein.  Das  sich  unter  diesen  Voraussetzungen
ergebende  Verhalten  der  Wollen  A  und  B  zu  einander  ist  daher
einerseits  zwischen  A  und  B,  jenes  als  stärker  angenommen,
das  eines  stärkeren  zu  einem  schwächeren,  umgekehrt  zwischen
B  und  A  das  eines  schwächeren  zu  einem  stärkeren,  wobei  der
            
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