Ucber Hume’s empirische Begründung der Moral.
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zu sein, Formurtheil sein, statt eines einzelnes Objectes, ein
Verhältniss zwischen Objecten zum Gegenstand seiner Subjectsvorstellung
haben muss, so kann das unbedingte ethische
Urthcil Lob und Tadel nicht über ein Einzelwollen,
sondern nur über Verhältnisse zwischen Wollen aussprechen,
wie das unbedingte coloristischc Urtheil solches über Verhältnisse
zwischen Farben (Farbenharmonien und Disharmonien),
das unbedingte musikalische Urtheil solches über Verhältnisse
zwischen Tönen (Consonanzen, Dissonanzen) inappellabel ergehen
lässt.
Beurtheilt das ethische Urtheil nur Willensverhältnisse
mit Unbedingtheit, so leuchtet ein, dass dasselbe harmonische
Willensverhältnisse ebenso unbedingt loben als disharmonische
unbedingt tadeln wird. Ebenso aber auch, dass mit der Anerkennung
des unbedingten Wortlies harmonischer und unbedingten
Unwerthes disharmonischer Willensverhältnisse die Frage:
welche Willens Verhältnisse nun das eine oder das andere seien,
ebenso wenig gelöst ist, als mit der Anerkennung, dass Consonanzen
vorzüglich, Dissonanzen verwerflich seien, die analoge
nach Zahl und Inhalt der harmonischen und disharmonischen
Tonintervalle. So wenig die musikalische Aesthetik sich
in der Behauptung erschöpft, dass Harmonie der Töne gefalle,
Disharmonie missfalle, sondern es als ihre Aufgabe betrachtet,
die überhaupt möglichen harmonischen und disharmonischen
Verhältnisse darzulegen, welche als primitive die Grundelemente
einer Welt untereinander melodisch und harmonisch verbundener
consonirender und dissonirender Tonfolgen und Accorde
bilden, so kann die Wissenschaft der Ethik sich nicht damit
zufrieden geben, erkannt zu haben, weder dass überhaupt nur
Willensverhältnisse Lob oder Tadel wecken, noch dass nur
Willensharmonien lobenswerth, dagegen Willensdisharmonien unbedingt
tadelnswürdig seien, sondern sie kann ihre Aufgabe erst
dann als gelöst ansehen, wenn es ihr gelungen ist, die Willensverhältnisse
selbst, welche harmonisch, sowie jene, welche disharmonisch
sind; und damit sowohl das unbedingt lobens- wie
das unbedingt tadelnswerthe Wollen inhaltlich zu erschliessen.
Die Lösung dieses letzteren Theiles ihrer Aufgabe wird, da es
sich um eine erschöpfende Aufzählung handelt, in ihrer Methode
eine gewisse Aehnlichkeit zeigen müssen mit derjenigen, welche
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