Ueber Hume’s empirische Begründung der Moral.
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in sich nicht nur, dass das Prädicat derselben mit dem ganzen
Umfange des Subjects verbunden, 'sondern auch, dass der Umfang
des Prädicats auf alle Urtheilsfähigen ausgedehnt sei, dass
demnach nicht nur jede Harmonie, sondern jede jedem gefalle,
jede Disharmonie jedem missfalle. Wie es in ersterer Hinsicht
gleichgiltig ist, an welchem Objecte die Harmonie vorgestellt,
so ist es in letzterer Hinsicht gleichgiltig, von welchem Subjecte
sie vorgestellt werde. Harmonie kann ebenso gut zwischen
Farben Tönen und körperlichen Formen, wie zwischen Willensacten
stattfinden; das urtheilende Subject kann ebenso gut ein
gegenwärtig lebendes, wie ein vergangenes oder künftiges,
ebenso gut ein dem eigenen, wie einem fremden Volk oder
Lande angehöriges, ebenso gut ein in diesem oder in jenem
Vorstellungs- und Bildungskreise aufgewachsenes sein, vorausgesetzt,
dass die Bedingung, die Lage der Vorstellungen
werde ausschliesslich durch den Inhalt derselben bestimmt,
erfüllt, die vorhandene Vorstellungs weit ihrem eigenen Zuge
überlassen und jeder, sei es hemmende, sei es fördernde Eingriff
des individuellen vorstellenden Subjectes in das Leben
der Vorstellung ferngehalten werde. Wie dadurch, dass die
Subjectsvorstellung nicht die Vorstellung eines Einzelobjectes
(wie z. B. in dem Urtheil: die Rose ist roth), sondern die Vorstellung
einer Lage (Situation) d. i. eines Verhältnisses ist,
welches zwischen mehreren, mindestens zweien Objecten
herrscht, Urtheile obiger Art zu Verhältniss- oder Formurtheilen,
so werden dieselben durch den Umstand, dass ihr Prädicat ein
Lust- oder Unlustgefühl, also der Ausdruck eines Gefallens
oder Missfallens, Vorziehens oder Verwerfens ist, zu ästhetischen
Urtheilen. Wie nun nicht jedes Formurtheil ein ästhetisches,
so ist andererseits nicht jedes ästhetische Urtheil ein
unbedingtes. Mathematische Urtheile sind zwar Formurtheile,
aber, da ihr Prädicat nicht Beifall oder Missfallen ist, nicht
ästhetische Urtheile; andererseits sind Urtheile, deren Prädicat
Vorziehen oder Verwerfung ist, deren Subject aber nicht die
Vorstellung eines Verhältnisses zwischen Objecten, sondern die
eines Einzelobjectes ist, zwar ästhetische Urtheile, aber keine
Formurtheile. Unbedingte Urtheile, wie die obigen, sind daher
nur solche, welche zugleich (durch ihr Subject) Formurtheile
und (durch ihr Prädicat) ästhetische Urtheile sind, bei welchen