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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

TJeber  Ilume's  empirische  Begründung  der  Moral.

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verwandter  Vorstellungen  sowohl  identisch  oder  entgegengesetzt,
als  theilweise  das  eine  theilweise  das  andere  sein  kann.  Im
Begriff  der  Verwandtschaft  liegt  es,  dass  dieselbe  sowohl  die
völlige  Identität  wie  den  völligen  Gegensatz  ausschliesst.  Vorstellungen, ­
  deren  Inhalt  vollkommen  identisch  wäre,  wären  nicht
mehr,  solche,  deren  Inhalt  auch  nicht  die  geringste  Uebereinstimmung
  darböte,  noch  nicht  verwandt.  Daher  bleibt  für
wirkliche  Verwandtschaft  nur  der  Fall  der  theilweisen  Identität ­
  und  des  theilweisen  Gegensatzes  übrig,  welcher  selbst  drei
weitere  einschliesst,  nämlich:  ci)  das  Ueberwiegen  des  Identischen ­
  über  das  Gegensätzliche;  b)  das  Ueberwiegen  des  Gegensätzlichen ­
  über  das  Identische;  c)  das  Gleichgewicht  zwischen
Identischem  und  Gegensätzlichem.  Die  beiden  erstgenannten
Fälle  haben  das  untereinander  gemein,  dass  jeder  von  ihnen
eine  Veränderung  der  Lage  d.  i.  eine  Zu-  oder  Abnahme  der
beziehungsweisen  Intensitäten  der  verwandten  Vorstellungen,
und  zwar  jeder  derselben  eine  solche  in  einem  der  des  anderen
entgegengesetzten  Sinne  herbeiführt.  Der  dritte  Fall  dagegen
zieht  eine  solche  aus  dem  Grunde  nicht  nach  sich,  weil  unter
der  Voraussetzung,  dass  Identität  und  Gegensätzlichkeit  einander
das  Gleichgewicht  halten,  auch  die  Impulse  zur  Lagenveränderung ­
  von  der  einen  durch  diejenigen,  welche  nach  der  entgegengesetzten ­
  Richtung  hin  von  der  anderen  ausgehen,  aufgewogen ­
  werden.
Es  erübrigen  sonach  streng  genommen  nur  zwei  wirksame ­
  Arten  der  Verwandtschaft,  deren  eine,  bei  welcher  das
Identische  überwiegt,  mit  der  Blutsfreundschaft,  die  andere,
bei  welcher  das  Gegensätzliche  überwiegt,  mit  der  Blutsfeindschaft ­
  sich  vergleichen  lässt.  Wie  jene  unter  den  Familiengliedern ­
  Annäherung,  so  bewirkt  diese  unter  denselben  Entfernung; ­
  jedoch  so,  dass  sie  liier  als  Glieder  derselben  Familie
niemals  völlig  auseinander  gehen,  wie  dort,  obgleich  Glieder
derselben  Familie,  doch  niemals  völlig  in  eins  zusammenfallen.
Während  das  Identische  im  Verwandten  zur  Einigung  drängt,
wirkt  das  Entgegengesetzte  in  demselben  dem  Zustandekommen
der  letzteren  entgegen.  Nothwendige  Folge  davon  ist  die
Spannung  im  Verwandten,  welche  entweder  aufgelöst  wird  oder
fortbesteht:  jenes,  wenn  das  Identische  mächtig  genug  ist,  den
Widerstand  des  Gegensätzlichen  zu  besiegen,  dieses,  wenn  das
            
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