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Zimmer mann.
trifft, nur dadurch entgeht, dass ihre Sätze (im Gegensätze zu
Kant) eben keine synthetischen, sondern lediglich analytische
oder identische Urtheile sind, werden die praktischen Wissenschaften
ihrerseits aus synthetischen Urtheilen aufgebaut, welche,
da sie weder durch äussere noch durch innere Anschauung vermittelt
sein sollen, keine anderen als materiale der oben verpönten
Art sein können. Soll dieser Widerspruch, kraft dessen
auf theoretischem Gebiet verboten, was auf praktischem erlaubt
ist, vermieden werden, so muss dessen Grund hinwegfallen.
Dieser liegt aber darin, dass die ethischen Urtheile als unmittelbare
angesehen und doch weder als identische noch als Anschauungsurtheile
betrachtet werden sollen; jenes, weil sie keines
Beweises bedürftig, dieses, weil einerseits Gefühle nicht mit
Vorstellungen identisch, andererseits, weil ethische Objecte kein
Gegenstand äusserer oder innerer Anschauung sind. Da das
erste und das dritte unbezweifelbar richtig ist, die ethischen Urtheile
in der That ebensowohl von selbst einleuchtende Evidenz
besitzen, als ethische Objecte kein Gegenstand äusserer oder
innerer Anschauung sind, so kann der Irrthum, wenn einer
vorhanden ist, nur in dem zweiten, d. i. in der Voraussetzung
gelegen sein, dass ethische Urtheile, weil ihr Subject und
ihr Prädicat verschiedenen Sphären, jenes jener des Vorstehers,
dieses jener des Fühlens angehören, nicht identische
sein könnten.
Die Möglichkeit dieser Identität ist der entscheidende
Punkt. Nicht darauf kommt es an, dass überhaupt Gefühle
und Vorstellungen identisch seien, was den Unterschied zwischen
den Gattungen selbst beseitigen würde, sondern darauf,
dass im ethischen Urtheil die Vorstellung, welche das Subject
mit dem Gefühl, welches das Prädicat desselben bildet, identisch
sei. Zu diesem Zwecke muss einerseits die Natur der Vorstellung,
welche im ethischen Urtheil die Stelle des Subjectes,
andererseits jene des Gefühls, welches in diesem die Stelle des
Prädicates ausfüllt, in Untersuchung gezogen werden.
Wenn aus der Natur des Gefühls hervorgeht, dass dasselbe
nur ein Verhalten, sei es eines oder mehrerer zu mehreren
oder einem ausdrückt, so folgt, dass eine Vorstellung, wenn sie
mit einem Gefühl soll identisch sein können, auch nichts anderes
als ein Verhalten eines oder mehrerer zu mehreren oder einem