Ueber Hnme’s empirische Begründung der Moral.
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empirische poch durch eine reine, also überhaupt gar nicht durch
eine Anschauung gegeben ist. Synthetische Urtheile dieser Art
sind zuerst von Humc mit Glück bestritten worden durch die
Bemerkung, dass, wenn es dergleichen gebe, sich aus der Vorstellung
der Ursache die Vorstellung der Wirkung als zugehörig
ergeben d. i. dass sich aus der Kenntniss der ersteren ohne
Zuhilfenahme der Erfahrung die Beschaffenheit der letzteren
würde Vorhersagen lassen müssen. Da dieses nicht möglich
ist, so folge, dass derjenige, der die Subjectsvorstellung d. i.
die Vorstellung der Ursache hat, damit nicht zugleich die
Vorstellung der Wirkung d. i. die dazu gehörige Prädicatsvorstellung
besitze d. i. dass synthetische Urtheile, in welchen
das vom Subjecte verschiedene Prädicat durch jenes allein,
ohne Vermittlung (äussere oder innere) gegeben wäre, unmöglich
seien.
Ethische Urtheile nun, in welchen die Verbindung zwischen
Subject und Prädicat weder durch beider gänzliche oder theilweise
Identität, noch durch (empirische oder reine) Anschauung
gegeben wäre, fallen in den Umkreis dieser von Hume bestrittenen
materialen Synthesen. Da das Prädicat derselben,
der Ausdruck des Lobes oder Tadels, weder mit dem Subjecte
ganz oder theilweise identisch, noch mit demselben durch (äussere
oder innere) Anschauung verknüpft sein soll, so kann derselbe
nur durch den materialen Inhalt der Subjectsvorstellung d. i.
durch die Vorstellung einer gewissen Art von Wollen in der
Weise bedingt werden, dass sich aus dieser allein ohne Zuhilfenahme
der Erfahrung Voraussagen Hesse, ob sie von Lob oder
Tadel begleitet sein werde. Sind daher materiale Synthesen
überhaupt unmöglich, so müssen es auch diejenigen sein, die
ihrem Inhalte nach ethische Urtheile sind.
Wenn, wie wir sehen werden, derselbe Denker, der auf
theoretischem Felde die Geltung materialer Synthesen scharfsinnig
bestreitet, dieselben auf ethischem Gebiet unbeanständet gelten
lässt, so liegt hier derselbe schwer begreifliche Widerspruch
vor, welcher auch anderwärts zwischen dem theoretischen Skeptiker
und ethischen Dogmatiker herrscht. Während unter den
theoretischen Wissenschaften selbst die Mathematik dem allgemeinen
Schicksal der Ungewissheit, welches alle auf Synthesen,
die nur aposteriorische sein können, gebaute Wissensgebiete
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