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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Zimmer  m  a  n  n.

ist,  mit  anderen  Worten,  wenn  Subject  und  Prädicat  desselben
einander  decken.
Letztere  Forderung  scbliesst  eine  Schwierigkeit  in  sich,
die  aus  der  Natur  des  ethischen  Urtheils  stammt.  Wenn  Subject ­
  und  Prädicat  einander  decken  sollen,  so  scheint  es,  dass
beide  untereinander  gleichartig  sein  und  zu  derselben  Classe
von  inneren  Zuständen  gehören  müssen.  Nun  ist  das  Subject
des  ethischen  Urtheils  eine  Vorstellung,  nämlich  eine  solche,
die  sich  auf  menschliches  Thun  und  Lassen  bezieht,  das  Prädicat ­
  aber  ist  der  Ausdruck  einer  Billigung  oder  Missbilligung,
welche  der  Inhalt  jener  Vorstellung,  das  durch  diess  vorgestellte ­
  Thun  oder  Lassen  hervorruft.  Diese  Billigung  oder
Missbilligung  des  in  der  Subjectsvorstellung  Vorgestellten  ist
nun  nicht  selbst  wieder  Vorstellung,  sondern  etwas,  was  zu
dieser  hinzukommt,  zwar  einen  Zusatz  zu  derselben  bildet,  wie
jedes  Prädicat  ein  solcher  zu  dem  Subjecte  ist,  aber  einen
Zusatz,  welcher  der  Art  nach  von  dem  Subjecte  verschieden
ist.  Während  nämlich  in  den  nicht  ethischen  Urtheilen  das
zum  Subject,  welches  eine  Vorstellung  ist,  hinzukommende
Prädicat  abermals  eine  Vorstellung,  ist  dasselbe  bei  dem  ethischen ­
  Urtheil  ein  Gefühl,  und  zwar  entweder  ein  Lustgefühl
(Lob,  Beifall)  oder  ein  Unlustgefühl  (Tadel,  Missfallen).  Das
nichtethische  Urtheil  gehört  sowohl  was  sein  Subject,  als  was
sein  Prädicat  betrifft,  der  Sphäre  des  reinen  Intellects  (des  Vorstellens), ­
  das  ethische  Urtheil  dagegen  gehört  zwei  Sphären  zugleich ­
  an,  durch  sein  Subject  jener  des  Vorstellens  (Geist,  Intellect),
  durch  sein  Prädicat  jener  des.  Fühlens  (Herz,  Gemüth).
Wenn  es  nun  durchaus  keiner  Schwierigkeit  unterliegt,  dass
innere  Zustände  derselben  Art  (Vorstellungen  und  Vorstellungen; ­
  Gefühle  und  Gefühle  u.  s.  w.),  so  scheint  eine  solche  darin
zu  liegen,  dass  innere  Zustände  verschiedener  Art  (Vorstellungen ­
  und  Gefühle)  identisch  sein  sollen,  wie  es  die  Natur  des
ethischen  Urtheils,  wenn  es,  um  unwiderstehlich  zu  sein,  als
identisch  gedacht  werden  muss,  mit  sich  führt.
Dieselbe  wird  nicht  gehoben,  sondern  nur  verhüllt,  wenn
das  ethische  Urtheil  als  unmittelbares  bezeichnet  und  dadurch
die  Frage  nach  dem  Grunde  der  notliwendigen  Verknüpfung
des  Prädicats  mit  dem  Subject  in  demselben  abgeschnitten
wird.  Während  jedes  nichtethische  Urtheil  die  Verbindung
            
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