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Zimmer m a n n.
ist, mit anderen Worten, wenn Subject und Prädicat desselben
einander decken.
Letztere Forderung scbliesst eine Schwierigkeit in sich,
die aus der Natur des ethischen Urtheils stammt. Wenn Subject
und Prädicat einander decken sollen, so scheint es, dass
beide untereinander gleichartig sein und zu derselben Classe
von inneren Zuständen gehören müssen. Nun ist das Subject
des ethischen Urtheils eine Vorstellung, nämlich eine solche,
die sich auf menschliches Thun und Lassen bezieht, das Prädicat
aber ist der Ausdruck einer Billigung oder Missbilligung,
welche der Inhalt jener Vorstellung, das durch diess vorgestellte
Thun oder Lassen hervorruft. Diese Billigung oder
Missbilligung des in der Subjectsvorstellung Vorgestellten ist
nun nicht selbst wieder Vorstellung, sondern etwas, was zu
dieser hinzukommt, zwar einen Zusatz zu derselben bildet, wie
jedes Prädicat ein solcher zu dem Subjecte ist, aber einen
Zusatz, welcher der Art nach von dem Subjecte verschieden
ist. Während nämlich in den nicht ethischen Urtheilen das
zum Subject, welches eine Vorstellung ist, hinzukommende
Prädicat abermals eine Vorstellung, ist dasselbe bei dem ethischen
Urtheil ein Gefühl, und zwar entweder ein Lustgefühl
(Lob, Beifall) oder ein Unlustgefühl (Tadel, Missfallen). Das
nichtethische Urtheil gehört sowohl was sein Subject, als was
sein Prädicat betrifft, der Sphäre des reinen Intellects (des Vorstellens),
das ethische Urtheil dagegen gehört zwei Sphären zugleich
an, durch sein Subject jener des Vorstellens (Geist, Intellect),
durch sein Prädicat jener des. Fühlens (Herz, Gemüth).
Wenn es nun durchaus keiner Schwierigkeit unterliegt, dass
innere Zustände derselben Art (Vorstellungen und Vorstellungen;
Gefühle und Gefühle u. s. w.), so scheint eine solche darin
zu liegen, dass innere Zustände verschiedener Art (Vorstellungen
und Gefühle) identisch sein sollen, wie es die Natur des
ethischen Urtheils, wenn es, um unwiderstehlich zu sein, als
identisch gedacht werden muss, mit sich führt.
Dieselbe wird nicht gehoben, sondern nur verhüllt, wenn
das ethische Urtheil als unmittelbares bezeichnet und dadurch
die Frage nach dem Grunde der notliwendigen Verknüpfung
des Prädicats mit dem Subject in demselben abgeschnitten
wird. Während jedes nichtethische Urtheil die Verbindung