Ueber Hume’s empirische Begründung der Moral.
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begründet die Unwiderstehlichkeit der Behauptung des Skeptikers
und folglich die Thatsächlichkeit der Nicht-Coincidenz objectiv ;
denn wenn auch nur ein einzigesmal die Urtheile über dasselbe
ethische Object nicht übereinstimmen, so ist es falsch,
dass die Umfänge der über ein gewisses ethisches Object Urtheilenden
und der über dasselbe Object in ihrem Urtheile
Uebereinstimmenden zusammenfallen. Dagegen begründet auch
die grösste denkbare Anzahl von Fällen, in welchen die Urtheile
über dasselbe ethische Object untereinander übereinstimmend
befunden werden, die Unwiderstehlichkeit des Glaubens an die
Coincidenz des Umfanges der über dasselbe ethische Object
Urtheilenden und des Umfangs der über dasselbe Object übereinstimmend
Urtheilenden und damit die Ueberzeugung von
der Thatsächlichkeit dieser Coincidenz nur subjectiv; denn da
die Zahl der geprüften und übereinstimmend gefundenen Urtheile
stets kleiner bleiben muss als die Zahl der über dasselbe
ethische Object gefällten Urtheile überhaupt, so ist der Fall nicht
ausgeschlossen, dass unter dem nicht geprüften Rest sich Urtheile
linden können, die mit den geprüften nicht übereinstimmen.
Je nachdem der ethische Dogmatiker von diesem Nachtheil
seiner Stellung gegenüber dem ethischen Skeptiker ein
Bewusstsein hat oder nicht, kann man ihn als naiven oder
kritischen bezeichnen. Der naive Dogmatiker verräth sich
dadurch, dass er die blos subjectiv begründete Unwiderstehlichkeit
seines Glaubens an die Coincidenz obiger Umfänge für
eine objectiv begründete und daher die blos subjective Thatsächlichkeit
derselben für eine objective hält; während der
kritische Dogmatiker sich der nur subjectiven Begründung der
Unwiderstehlichkeit seines Glaubens und daher der nur subjectiven
Thatsächlichkeit der Coincidenz obiger Umfänge bewusst
ist. Der naive Dogmatiker trachtet daher weder die
Gründe für den' eigenen Glauben zu verstärken, noch die
Gründe des Gegners für den seinigen zu schwächen: ersteres,
weil das objectiv Begründete einer Verstärkung durch weitere
Gründe, die nur subjective sein könnten, nicht bedarf, letzteres,
weil, wenn die Coincidenz beider Umfänge objective Thatsache
ist, die angebliche Nicht-Coincidenz nur eine Scheinthatsache
sein kann. Der kritische Dogmatiker dagegen, obgleich der
nur subjectiven Begründung der Unwiderstehlichkeit seines