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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Zimmer  m  a  n  n.

nicht  oder  gar,  dass  er  das  Gegentlieil  desselben  erfahren  habe.
Der  Grund  ist  in  beiden  Fällen  der  nämliche:  die  Unwiderstehlichkeit ­
  des  sich  aufdrängenden  Vorstellungsinhaltes.
Wenn  der  ethische  Dogmatiker  die  Coincidenz  der  über
ethische  Objecte  Urtheilenden  mit  den  in  ihren  Urtheilen  über
diese  Objecto  Uebereinstimmenden  für  eine  Thatsache  hält,  so
geschieht  es,  weil  sich,  dieselbe  ihm  unwiderstehlich  aufdrängt;
wenn  der  ethische  Skeptiker  das  Gegentlieil,  die  Nichteinerleiheit
  für  Thatsache  hält,  so  geschieht  es,  weil  dieses  Gegentlieil
ihm  unvermeidlich  erscheint.  Bei  dem  Dogmatisten  äussert  sich
jene  Unwiderstehlichkeit  zunächst  darin,  dass  er  selbst,  so  oft
er  über  ethische  Objecte  urtheilt,  über  dieselben  auf  gleiche
Weise  urtheilt,  d.  i.  dass  zwischen  allen  seinen  eigenen  Urtheilen ­
  über  dasselbe  ethische  Object  vollkommene  Uebereinstimmung
  herrscht,  sodann  aber  darin,  dass  er  jeden  anderen
gleichfalls  über  dasselbe  ethische  Object  in  mit  der  seinen
übereinstimmender  Weise  urtheilend  findet.  Bei  dem  Skeptiker
äussert  sich  dieselbe  Unwiderstehlichkeit  darin,  dass  er  nicht
nur  Verschiedene  über  dasselbe  ethische  Object  verschieden,
sondern  sich  selbst  in  verschiedenen  Lagen  Lebensaltern  und
Gemüthsstimmungen  über  dasselbe  verschieden  urtheilend  antrifft.
Wie  durch  das  erstere  beim  ethischen  Dogmatisten  sich  der
Glaube  an  die  Coincidenz,  so  befestigt  sich  beim  Skeptiker
durch  letzteres  der  Glaube  an  das  Gegentlieil:  durch  die
wiederholt  an  sich  und  an  anderen  gemachte  Erfahrung,  bei
dem  einen  des  gleichlautenden,  bei  dem  anderen  des  verschieden ­
  lautenden  Urtheils  über  dasselbe  ethische  Object.  Dabei
hat  der  Skeptiker  vor  dem  Dogmatiker  den  Vortheil  voraus,
dass  seine  Thesis,  die  Nicht-Coincidenz,  schon  erwiesen  ist,
wenn  auch  nur  ein  einziger  Fall  der  Nichtübereinstimmung,
sei  es  der  Urtheile  mehrerer,  sei  es  mehrerer  Urtheile  desselben
Urtheilenden  über  dasselbe  ethische  Object  aufgewiesen  werden
kann;  während  die  These  des  Dogmatikers  sich  erst  durch
die  Erschöpfung  nicht  nur  aller  Urtheile  des  Einzelnen,  sondern ­
  sämmtlicher  Urtheile  aller  Urtheilenden  erweisen,  beziehungsweise ­
  durch  die  sich  herausstellende  Uebereinstimmung
  aller  dieser  Urtheile  untereinander  sich  darthun  Hesse,
welche  erschöpfende  Aufzählung,  wie  einleuchtet,  nie  zu  erreichen ­
  ist.  Der  einzige  Fall  einer  Nichtübereinstimmung
            
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