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Zimmer m a n n.
nicht oder gar, dass er das Gegentlieil desselben erfahren habe.
Der Grund ist in beiden Fällen der nämliche: die Unwiderstehlichkeit
des sich aufdrängenden Vorstellungsinhaltes.
Wenn der ethische Dogmatiker die Coincidenz der über
ethische Objecte Urtheilenden mit den in ihren Urtheilen über
diese Objecto Uebereinstimmenden für eine Thatsache hält, so
geschieht es, weil sich, dieselbe ihm unwiderstehlich aufdrängt;
wenn der ethische Skeptiker das Gegentlieil, die Nichteinerleiheit
für Thatsache hält, so geschieht es, weil dieses Gegentlieil
ihm unvermeidlich erscheint. Bei dem Dogmatisten äussert sich
jene Unwiderstehlichkeit zunächst darin, dass er selbst, so oft
er über ethische Objecte urtheilt, über dieselben auf gleiche
Weise urtheilt, d. i. dass zwischen allen seinen eigenen Urtheilen
über dasselbe ethische Object vollkommene Uebereinstimmung
herrscht, sodann aber darin, dass er jeden anderen
gleichfalls über dasselbe ethische Object in mit der seinen
übereinstimmender Weise urtheilend findet. Bei dem Skeptiker
äussert sich dieselbe Unwiderstehlichkeit darin, dass er nicht
nur Verschiedene über dasselbe ethische Object verschieden,
sondern sich selbst in verschiedenen Lagen Lebensaltern und
Gemüthsstimmungen über dasselbe verschieden urtheilend antrifft.
Wie durch das erstere beim ethischen Dogmatisten sich der
Glaube an die Coincidenz, so befestigt sich beim Skeptiker
durch letzteres der Glaube an das Gegentlieil: durch die
wiederholt an sich und an anderen gemachte Erfahrung, bei
dem einen des gleichlautenden, bei dem anderen des verschieden
lautenden Urtheils über dasselbe ethische Object. Dabei
hat der Skeptiker vor dem Dogmatiker den Vortheil voraus,
dass seine Thesis, die Nicht-Coincidenz, schon erwiesen ist,
wenn auch nur ein einziger Fall der Nichtübereinstimmung,
sei es der Urtheile mehrerer, sei es mehrerer Urtheile desselben
Urtheilenden über dasselbe ethische Object aufgewiesen werden
kann; während die These des Dogmatikers sich erst durch
die Erschöpfung nicht nur aller Urtheile des Einzelnen, sondern
sämmtlicher Urtheile aller Urtheilenden erweisen, beziehungsweise
durch die sich herausstellende Uebereinstimmung
aller dieser Urtheile untereinander sich darthun Hesse,
welche erschöpfende Aufzählung, wie einleuchtet, nie zu erreichen
ist. Der einzige Fall einer Nichtübereinstimmung