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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Uebev  Hume’i  empirische  Begründung  der  Moral.

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Erweisbarkeit  einer  allgemeinen  cl.  i.  allen  Menschen  gemeinsamen ­
  Natur.  Dieselbe  nimmt  eine  verschiedene  Gestalt  an,
je  nachdem  das  Verhilltniss  des  Individuums  zur  Gattung  (des
Einzelmenschen  zur  Menschheit)  selbst  verschieden,  im  Sinne
entweder  des  metaphysischen  Monismus  oder  Pluralismus  aufgefasst ­
  wird.  Da  im  Sinne  des  ersteren  nur  das  Eine,  die
Gattung,  das  wahrhaft  Existirende  ist,  die  Vielen,  die  Individuen, ­
  nur  vorübergehende  Erscheinungen  desselben  sind,  so
versteht  sich  der  Bestand  einer  allen  gemeinsamen  Natur  von
selbst  oder  vielmehr:  nur  diese  existirt  wirklich,  dagegen  die
individuelle  oder  particularistische  Natur  der  Individuen,  wie
diese  selbst,  nur  dem  Scheine  nach.  Da  im  Sinne  des  letzteren
nur  die  Individuen  wirklich  sind,  das  Allgemeine,  die  Gattung,
nur  in  der  Zusammenfassung  der  Individuen  als  Begriff  besteht,
so  muss  der  Umstand,  dass  der  Inhalt  des  angeblichen  Allgemeinen ­
  auch  wirklich  in  jedem  der  vielen  unter  dasselbe  zusammengefassten ­
  Individuen  vorhanden  sei,  erst  nachgewiesen
werden.  Je  nachdem  letzterer  Erweis  in  der  Weise  geführt
wird,  dass  aus  dem  Inhalt  des  die  Individuen  zusammenfassenden ­
  Begriffs,  oder  dass  aus  der  Uebereinstimmung  des  Inhalts
jedes  einzelnen  Individuums  mit  dem  Inhalt  des  dieselben  zusammenzufassen ­
  bestimmten  Begriffes  die  Ausdehnung  dieses
letzteren  auf  alle  Individuen  (dessen  Allgemeinheit)  gefolgert
wird,  scheiden  sich  Rationalisten  und  Empiriker.  Jene  erschliessen
  die  Allgemeinheit  des  Begriffes  aus  diesem  selbst,
ohne  die  Erfahrung  d.  i.  die  Vergleichung  seines  Inhaltes  mit
dem  der  Individuen  zu  Hilfe  zu  nehmen;  diese  dagegen  erschliessen
  die  Allgemeinheit  des  Begriffes  aus  der  Uebereinstimmung ­
  desselben  mit  dem  Inhalte  aller  Individuen,  welche
durch  Vergleichung  jenes  mit  diesem  erfahren  wird.  Jene  mit
Nothwendigkeit,  diese,  je  nachdem  thatsächlich  alle  oder  nur
ein  Theil  der  Individuen,  welche  unter  einem  gewissen  Begriff
zusammengefasst  werden  sollen,  mit  diesem  verglichen  und
übereinstimmend  gefunden  worden  sind,  mit  Gewissheit  oder
blos  mit  Wahrscheinlichkeit.
Vom  monistischen  Standpunkte  aus  versteht  sich  der  Bestand ­
  einer  allgemeinen  d.  i.  rein  menschlichen  Natur  nicht
nur  von  selbst,  sondern  auch,  dass  diese  die  einzige  wahrhaft
existirende,  jede  andere,  besondere  wie  individuelle,  dagegen
            
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