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Zimmer mann.
dasselbe auf die allein und ausschliessend richtige Weise erkannt
zu haben. Letzteres ist in bemerkenswerther Weise sogar hei
denjenigen der Fall, welche zwar wie die Pyrrhoniker die
Möglichkeit zu erkennen leugnen, aber für die Erkenntniss
des Guten insofern eine Ausnahme machen, als sie die Enthaltsamkeit
vom Urtheilen und die daraus fliessende Seelenruhe
(Ataraxie) mit demselben für eins erklären.
Ihr Fall ist der erste einer Erscheinung, welche seitdem
in der Geschichte der Philosophie öfter wiederkehrt und die
darin besteht, dass der Erkenntniss des Guten, der Voraussetzung
einer Ethik als Wissenschaft, mit der Erkenntniss anderer
Objecte verglichen, eine Ausnahmestellung eingeräumt
wird. Dieselbe erscheint von so ausnehmend praktischer Wichtigkeit,
dass eine Verzichtleistung, wie sie der ethische Skepticismus
enthält, selbst von Solchen, bei welchen die Skepsis
sich auf alle übrigen Gebiete des Erkennens erstreckt, als fast
oder gänzlich unerträglich empfunden und demgemäss, seihst
auf die Gefahr hin, mit sich in Widerspruch zu gerathen, zu
vermeiden gesucht wird. Entspringt, wie es gewöhnlich der
Fall ist, der Skepticismus aus Misstrauen in die Leistungsfähigkeit
der Erkcnntnissquellc, so liegt das nächste und ausgiebigste
Gegenmittel offenbar darin, für die Erkenntniss des Guten eine
andere, ähnliches Misstrauen nicht einflössende Erkenntnissquelle
aufzusuchen und so dieselbe dem von jener unzertrennlichen
Zweifel zu entziehen.
Es findet sodann innerhalb der Philosophie eine ähnliche
Scheidung nach Erkenntnissquellen statt, wie es ausserhalb
derselben zwischen profaner und geoffenbarter Erkenntniss der
Fall ist. Während die erstere auf menschliche, stützt sfch die
letztere auf (angeblich) göttliche, während jene auf fehlbare,
diese auf (angeblich) untrügliche Erkenntnissquellen. Die Folge
ist, dass, wenn die erstere auf Grund der Unsicherheit ihrer
Quellen vom Zweifel ergriffen wird, die letztere auf Grund der
Unfehlbarkeit der ihrigen von demselben verschont bleibt und
daher, wie die Geschichte lehrt, die umfassendste Skepsis auf
dem Gebiete weltlicher Wissenschaft nicht nur mit dem gläubigsten
Vertrauen zu der als geoffenbart sich geberdenden
Lehre verbunden sein, sondern geradezu zum Grunde des
letzteren werden kann. Das Bediirfniss des Menschen nach