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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Z  im  m  ermann.

schaft  d.  i.  die  Vorstellung  von  dem,  was  gut  sei,  im  Laufe  der
Zeit  erfahren  hat,  das  allmälige  Aufkommen  eines  Begriffes
vom  Guten,  die  mannigfaltig  wechselnden  Formen  seines  Inhalts
oder  die  gänzliche  Verzichtleistung  darauf,  eines  solchen  anzugehen, ­
  mit  einem  Wort,  sie  wird  die  Geschichte  des  Kampfes
zwischen  dem  Glauben  an  die  Möglichkeit  und  jenem  an  die
Unmöglichkeit  einer  Wissenschaft  vom  Guten  einerseits,  im
ersteren  Fall  die  Geschichte  des  Kampfes  der  verschiedenen
Inhaltsangaben  des  Guten  mit  und  untereinander  andererseits  sein.
Ausdruck  der  erstgenannten  ist  die  Culturgeschickte  der  Menschheit, ­
  welche  entweder  theologisch,  als  der  Kampf  zwischen
dem  persönlichen  Guten  (Gott)  und  dem  persönlichen  Bösen
(Satan),  oder  metaphysisch,  als  Conflict  eines  guten  unpersönlichen ­
  und  eines  bösen  oben  solchen  Princips  aufgefasst,  oder
als  zeitlicher  Entwicklungsprocess  der  moralischen  Beschaffenheit ­
  der  Menschheit  begriffen  wird,  deren  jeweiligen  Grad
moralischer  Verderbtheit  die  moralische  Statistik  durch  das
jeweilig  stattfindende  Verhältniss  zwischen  der  Anzahl  der  Individuen ­
  einer-  und  jener  der  verübten  Verbrechen  andererseits ­
  symbolisirt.  Ausdruck  der  letztgenannten  dagegen  ist  die
Geschichte  der  Ethik,  welche  den  zeitlichen  Wechsel  des  Glaubens ­
  und  Nicht-Glaubens  an  die  Möglichkeit  eines  Begriffs  vom
Guten  (des  ethischen  Dogmaticismus  und  ethischen  Skepticismus)
  einerseits,  andererseits  den  zeitlichen  Wechsel  der
verschiedenen  Ansichten  über  den  Inhalt  des  Guten  (der
ethischen  Dogmen)  innerhalb  des  ersteren  zum  Gegenstand  hat.
Wie  in  der  Geschichte  der  Philosophie  überhaupt  der  dogmaticistische,
  von  dem  Glauben  an  die  Möglichkeit  der  Erkenntniss
  durchdrungene,  und  der  skeptische,  eine  solche  bezweifelnde ­
  Standpunkt  sich  abgelöst  haben,  so  wechseln  in  der
Geschichte  der  Ethik  der  Glaube  an  die  Möglichkeit  der  Erkenntniss
  des  Guten  (ethischer  Dogmaticismus)  und  der  Unglaube ­
  an  dieselbe  (ethischer  Skepticismus)  schon  aus  dem
Grunde  mit  einander  ab,  weil  die  Erkenntniss  des  Guten,  des
Gegenstandes  der  Ethik,  nur  ein  Tkeil  der  Erkenntniss  überhaupt ­
  und  folglich  die  Leugnung  dieser  notkwendiger  Weise
auch  die  Leugnung  jener  ist.
Das  erste  Beispiel  des  ethischen  Skepticismus  findet  sich
bei  den  Sophisten,  bei  welchen  zugleich  die  Abhängigkeit  des
            
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