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Z im m ermann.
schaft d. i. die Vorstellung von dem, was gut sei, im Laufe der
Zeit erfahren hat, das allmälige Aufkommen eines Begriffes
vom Guten, die mannigfaltig wechselnden Formen seines Inhalts
oder die gänzliche Verzichtleistung darauf, eines solchen anzugehen,
mit einem Wort, sie wird die Geschichte des Kampfes
zwischen dem Glauben an die Möglichkeit und jenem an die
Unmöglichkeit einer Wissenschaft vom Guten einerseits, im
ersteren Fall die Geschichte des Kampfes der verschiedenen
Inhaltsangaben des Guten mit und untereinander andererseits sein.
Ausdruck der erstgenannten ist die Culturgeschickte der Menschheit,
welche entweder theologisch, als der Kampf zwischen
dem persönlichen Guten (Gott) und dem persönlichen Bösen
(Satan), oder metaphysisch, als Conflict eines guten unpersönlichen
und eines bösen oben solchen Princips aufgefasst, oder
als zeitlicher Entwicklungsprocess der moralischen Beschaffenheit
der Menschheit begriffen wird, deren jeweiligen Grad
moralischer Verderbtheit die moralische Statistik durch das
jeweilig stattfindende Verhältniss zwischen der Anzahl der Individuen
einer- und jener der verübten Verbrechen andererseits
symbolisirt. Ausdruck der letztgenannten dagegen ist die
Geschichte der Ethik, welche den zeitlichen Wechsel des Glaubens
und Nicht-Glaubens an die Möglichkeit eines Begriffs vom
Guten (des ethischen Dogmaticismus und ethischen Skepticismus)
einerseits, andererseits den zeitlichen Wechsel der
verschiedenen Ansichten über den Inhalt des Guten (der
ethischen Dogmen) innerhalb des ersteren zum Gegenstand hat.
Wie in der Geschichte der Philosophie überhaupt der dogmaticistische,
von dem Glauben an die Möglichkeit der Erkenntniss
durchdrungene, und der skeptische, eine solche bezweifelnde
Standpunkt sich abgelöst haben, so wechseln in der
Geschichte der Ethik der Glaube an die Möglichkeit der Erkenntniss
des Guten (ethischer Dogmaticismus) und der Unglaube
an dieselbe (ethischer Skepticismus) schon aus dem
Grunde mit einander ab, weil die Erkenntniss des Guten, des
Gegenstandes der Ethik, nur ein Tkeil der Erkenntniss überhaupt
und folglich die Leugnung dieser notkwendiger Weise
auch die Leugnung jener ist.
Das erste Beispiel des ethischen Skepticismus findet sich
bei den Sophisten, bei welchen zugleich die Abhängigkeit des