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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Die  Chamirsprache  in  Abessinien.  I.

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hin  plur.  hi.n-t  Haus  sinn  plur.  sinü-t  Montag
sifir  sifir-t  Lager  wall  „  wali-t  Antilope
zin  „  zin-t,  Bruder  yü  „  yü-t  Hüfte.
200)  Diese  Endung  -t  kann  auch  an  Gattungsnamen  nach
Beschaffenheit  der  in  §.  197  beschriebenen  Plurale  angefügt
werden  und  bildet  sodann  neue  Plurale  aus  Pluralen,  wie:
ader  Erbsen,  sing,  adr-ä  Erbse;  adir-t  Erbsenhaufen
arf  Monate,  „  arb-ä  Mond;  arb-it  viele  Monate
fendi  Mist,  „  fendiy-d  Rossknödel;  fendi-t  Misthaufen
iefir  Kinder,  „  iefer-ä  Kind;  iefir-t  Kinderschaaren
til  Arzenei,  „  tel-ä  ein  Heilmittel;  til-t  Arzeneien.
201)  Mit  diesem  pluralen  -t  wechselt  constant  -tan  und
verkürzt  -tan  ab  (in  der  Quarasprache  regelmässig  •’j-J  :),  so
dass  sich  unwillkürlich  die  Vermuthung  aufdrängt,  es  sei  obiges
-t,  -te  aus  -tan,  -tän  verkürzt.  Anfänglich  war  ich  der  Ansicht,
dass  dieses  -tän  eine  feminine  Pluralform  zu  masculinem  -an
(äthiop.  -an)  sei,  weil  z.  B.  von  yurä  Kind,  der  Plural  qür
Söhne,  aber  /ür-tän  Töchter,  Mädchen;  von  zin  Bruder  und
Schwester,  der  Plural  zin-t  Brüder,  aber  zin-tän  Schwestern,
gebildet  wird.  Doch  diese  Unterscheidungen  sind  nebensächlich
und  wirklich  nur  zufällig,  indem  man  ja  effective  Masculina  im
Plural  ebenfalls  mit  -tän  versieht,  so  Ir  Vater,  plur.  ir-t  und
ir-tän;  azin  Schwiegervater,  plur.  azin-tän;  ein  Männchen  bei
Thicren,  plur.  ein-te  und  dn-tän;  güsä  plur.  guS-tdn  Büffel;  jirJcüd
plur.  jirlcü-tän  Kind;  hamdzä  plur.  hamd§-tän  Schwager;  teilt  plur.
teln-tän  (neben  tel-dk,  vgl.  §.  160)  Arzt;  yim  plur.  yim-tän  der
Schech,  Schulze. 1  Ein  Zusammenhang  zwischen  den  zwei  Elementen ­
  -an  und  -tän,  -tan  besteht  aber  doch,  was  aus  folgender
Thatsache  zu  ersehen.  Birru  aus  Soqota  in  Lasta  übersetzte
mir  eines  Tages  den  Satz:  ,meine  Taschen  sind  schwarz'  mit:
yi  kis-tän  iiicir-tän  näy.  Bindu  aus  dem  Wag  aber  übersetzte
den  folgenden  Tag  den  gleichen  Satz  mit  yi  kiz-dn-ne 2  nicir-dn

1  Vgl.  den  Plural  auf  -ten  im  Malira,  Zeitsclir.  d.  Deutschen  morgenländ.
Gesellsch.  XXVII,  284.
2  Das  Demonstrativ  in  kizän-ne  (auch  Jcizän-en)  ist  hier  erforderlich,  um
den  Plural  Jtiz-an  von  kizan  =  Iciza-n  dieser  Sack,  zu  unterscheiden;
vgl.  §.  227  und  230.
            
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