Die Cliairrirsprache in Abessinien. I.
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mä Xamrdt gab-ä verstehst du die Agausprache? Ginzib-mä
zäyrar-ä hast du Geld? Ginzih-md yäjmr-ü bist du ohne Geld?
Ginzib-mä ßntir-ä wirst du Geld bekommen? Negat. ginzib-mä
jin&r-ä? wirst du kein Geld bekommen? Ienil-mä winlyar-ä
warst du nicht hier?
192) Die Fragepartikel -nl 1 fand ich fast nur vor nach
den Perfectendungen der positiven Aussage, sehr selten nach
Präsensformen. Fast immer kommt sie mit -ma im gleichen
Satze vor; z. B. ienil wmdu-ni oder ienil-mä wmdu-ni warst du
hier ? Ginzib-mä zayrär wmdu-ni hast du Geld bekommen ?
Ien-mä aul icinu-ni wo war er? Rat tas-mä wmun-ni habe ich
dich geschlagen? Negat. küt täsker-mä mnun-ni? 2 habe ich ihn
nicht geschlagen? Ienil-mä ärauk-ni bleibst du hier? Xamrdt
gab-mä gäbrauk-ni sprichst du die Agausprache?
II. Das Nomen.
193) Der bei weitem grössten Mehrzahl der Nennwörter
im Chamir liegt eine verbale Radix zu Grunde, aus welcher
sie nach §. 159—180 abgeleitet worden sind. Nur von verhältnissmässig
wenigen Nennwörtern ist eine verbale Radix nicht
mehr erweisbar, wie ayir Vater, jenä Mutter, zin Bruder, ejir
Mensch, giluwä Mann u. s. w. Nähere Erörterungen erheischen
das Geschlecht, die Zahl und Casusbildung der Nennwörter.
1) Das Geschlecht.
194) Das Chamir unterscheidet männliches und weibliches
Geschlecht. Die Ermittlung des Genus ist eine sehr einfache:
alle Nennwörter, welche nicht ihrer Natur nach Feminina sind,
wie: jenä Mutter, luwä Kuh u. s. w., gehören unter die Masculina.
Den femininen Nennwörtern werden auch beigezählt die Deminutiva
und überhaupt die Nomina, denen der Begriff von Kleinheit,
Schwäche, Verächtlichkeit zukommt; vgl. z. B. arät das
Angareb (masc. gen.), wie: y’ arät %ayo drat mein Angareb ist
1 Vgl. Billnspr. §. 126 und G. ^
2 Allerdings ein verneinender Satz, aber winun ich war, ist eine positive
Perfectform; wörtlich: war icli’s der ihn nicht geschlagen hat?