646
Reinisch.
in Gondar gewesen, so würde ich meinen Vater nicht gesehen
haben. Küt Gundirü cir win-i-ran, k’ir-tl qüal-td win-i-yar
wärest du nicht in Gondar gewesen, so hättest du deinen Vater
nicht gesehen. Iien G. ag win-i-yan, n’ir-tl qüal td vrin-iy-au
wäre er nicht in G. gewesen, so Latte er seinen Vater nicht
gesehen. Nir G. ar win-i-ran, nir ir-tt qüal-td win-iy-ay
wäre sie u. s. w.
Anmerkung. Der negative conditionale Vordersatz kann
auch so ausgedrückt werden, dass das Verbum substantivum
in der positiven Form stehen kann, wofür aber an den Stamm
des Hauptverbs -inkä oder inkdt angesetzt wird; z. B. an G.
ag-inkä windn wäre ich nicht in G. gewesen; küt G. aginkä
winddn wärest du nicht in G. gewesen; ien G. ag-inkä
windn wäre er nicht in G. gewesen; nir G. ag-inkä winddn
wäre sie nicht in G. gewesen u. s. w.
L) Der Causalis.
153) Dieser Modus wird dadurch ausgedrückt, dass man
dem Perfectum subordinatum die Postposition matdn weil, mittelst
der Genetivpartikel -t anfügt; z. B. an genzib jih-d-t
matdn, lau. firzä jibjir weil ich Geld bekommen habe, so werde
ich ein Pferd kaufen. Küt genzib jih-rd-t matdn lau firzä
jibtir weil du Geld bekommen hast, wirst du u. s. w. Ebenso
im Negativ, als: genzib jin-ika-t matdn yi firzd-d qijir weil
ich kein Geld bekommen habe, werde ich mein Pferd verkaufen.
Genzib jih-i-ra-t matdn weil du kein Geld bekommen
hast.
Anmerkung. Das Wörtchen matdn kann auch weggelassen
werden; als: an genzib jin-d-t lau firzä jibjir weil ich
kein Geld bekommen habe, so u. s. w.
154) Derselbe Modus kann auch dadurch bezeichnet
werden, dass man an die Relativform des causalen Satzes die
Postposition wä bei, weil, anfügt; z. B. an Birrüt tas-dr wä
lisauk weil ich Birru geschlagen habe, weint er. Birrüt tasrdr
wä suwit kü weil du Birru geschlagen hast, ist er krank.
Ebenso für das Negativ; z. B. Birrüt tas-i-ker icä dis yi kü
weil ich Birru nicht geschlagen habe, ist er froh. B. tas-iyar
wä weil du B. nicht geschlagen hast.