Die Chamirsprache in Abessinien. I.
635
sein; wie z. B. ab mache! plur. db-ä! vgl. dagegen Galla:
ged-l sage! plur. ged-ä! — Im Plural ist Chamir -ten, im Wag
-tan, augenscheinlich das Pronominalsufiix der zweiten Person
pluralis. Im Negativ stimmt das Chamir genau mit dem Dembea
und Quara überein, indem beide Idiome -tä plur. -tenä ansetzen,
während im Bilm z. B. von zoas hören, der negative Imperativ
wds-i-g (aus was-g-i) plur. icas-g-ä lautet; g ist die Negativpartikel.
Der äusseren Form nach ist der negative Imperativ
des Chamir gleich mit der positiven Form des Subjunctivs
(vgl. §. 124), und wahrscheinlich sind die beiderlei Formen
auch dem Sinne nach identisch; vgl. z. B. zdb-tä dass du
machst! (drohend = negativ).
E) Der Jussiv.
137) Im Wesentlichen stimmen die Chamirformen mit den
des Billn üherein. Hinsichtlich der Vocalisation gilt hier die
in §. 124 angegebene Norm. Das Schema lautet:
Jussivus positivus
Billn
qäddas-m
qäddas-in
qaddds-rin
qaddds-nin
qaddas-i-mn.
Beispiele: K’unä age-jä, duq-tä (Bil. ku ogina dg-in,
duw-ig) ich soll (will) dein Weib werden, sag’ aber nichts!
Fiqdän yi-cik ieter-nä (Bil. jdraban intin-ild) wenn er will,
soll er zu mir kommen! Yi qal-t ivaz-nä (Bil. yi qäl-sl wds-in)
er soll auf mein Wort hören! Girkä sdjrä yü-rnä, yar cicuwä
y.ü-rnä (Bil. gdrik jäggdrä qü-in, qlr ivä’ägä qü-in) bei Tag
soll der Pavian, Abend aber die Meerkatze essen! Gibbmd-l
miser-denä 1 yin firuii (Bil. betdra-l maskdr-din yinö fdrnuy)
sie gingen zur Eidechse, indem sie sprachen: sie soll Zeugniss
Sing. 1)
2)
3)
Plur. 1)
2)
3)
Chamir
qides-jä
m. qides-nä
f. qids-fnä
qids-in-nä
quls-inä
1 Suffix denä — rna wegen vorangehenden r, vgl. §. 118.