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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Keini  scli.

sollen,  wird  dafür  das  Causativ-Reflexiv  gesetzt;  z.  B.  ezü-t-is
lass’  dich  binden!  von  ezü-t-s  sich  binden  lassen.
136)  Der  Imperativ  der  negativen  Form  setzt  an  den
Verbalstamm  im  Singular  -tä,  im  Plural  -tenä  an;  z.  B.

gdb-tä  rede  nicht!
kü-tä  tödte  nicht!
adin-tä  jage  nicht!
liqiq-tä  gehe  nicht  fort!
d-tä,  dg-tä  werde  nicht!
lilqüe-tä  bestreiche  nicht!
SiSit-tä  strauchle  nicht!
azz-it-tä  gehorche  nicht!

plur.  gäb-tenä  !
„  kü-tenä!
„  adln-tenä!
„  liqiq-tenä!
„  ä-tenä,  äg-tenä!
„  lilüq-tend!
„  siSit-tenä!
„  azz-lt-tenä!

Anmerkung  1.  An  eine  Respectsperson  von  hohem
Range  wird  nie  die  Einzahl  angewendet,  sondern  dafür  die
tertia  plur.  des  Jussiv  gebraucht;  z.  B.  dahnd-s  ci  schlaf  wohl!
dahnd-s  eiten  schlafet  wohl!  dahnd-s  eihä  schlafen  Sie  (=du)
  wohl!
Anmerkung  2.  Vergleicht  man  den  Imperativ  der  positiven ­
  Form  mit  dem  des  Bilm,  z.  B.  gab  (Bil.  gäb-i)  sprich!
plur.  gdb-ten  (Bil.  gäb-ä),  so  besteht  anscheinend  kein  Zusammenhang ­
  der  Formen  in  den  beiden  Idiomen.  Doch  entspricht ­
  1)  im  Singular  Cham,  yua-i  genau  dem  Bil.  qü-i  iss!
2)  Die  mouillirten  Formen  des  Chamir  in  §.  133—134  setzen
die  Existenz  eines  früheren  i  gleich  wie  im  Billn  voraus,  wie:
qatqdc  =  Bil.  qatqdt-l,  daj  =  Bil.  ddd-i,  waz  =  Bil.  wds-i,
ebenso  in  den  Reflexiv-  und  Causativformen,  wie:  kin-ic  —
Bil.  kin-ti,  Icin-is  =  Bil.  Jcin-si,  n(t§  —  Bil.  näq-si  u.  s.  w.  (vgl.
§.  39  und  42,  -und  Isenberg,  Amhar.  Gramm,  pag.  19).  Hiezu
kommt  noch  3)  der  Umstand,  dass  auch  die  Quarasprache,
von  welcher  sich  vermuthlich  das  Chamir  zunächst  abgezweigt
hat,  und  zwar  weit  früher,  als  das  Bilin  sich  vom  Chamir  getrennt ­
  hat,  den  positiven  Imperativ  genau  in  der  Weise  des
Bilin  bildet;  z.  B.  Sdb-l  mache!  plur.  Sdb-ä  =  Bil.  häb-l  plur.
hdb-ä.  Aus  diesen  drei  Thatsachen  ist  wohl  zu  erschliessen,
dass  das  Chamir  im  Singular  ebenfalls  einst  auslautendes  i
besessen,  selbes  aber  entweder  spurlos  abgeworfen  oder  aber
durch  Mouillirung  absorbirt  hat.  In  derselben  Weise  wie  im
Chamir  scheint  auch  im  Saho  i  des  Singulars  abgefallen  zu

(
            
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