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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Reiniscli.

besitzt,  über  dessen  Ursprung  später  bei  Behandlung  des  Quara
die  Rede  sein  wird,  so  ist  der  Gedanke  wobl  abzuweisen,  dass
jenes  i  nur  ein  secundärer,  blos  verbindender  Laut  des  Billn  sei.
Dagegen  kommen  im  Chamir  hinsichtlich  der  Vocalisation  der
Verbalstämme  in  der  Flexion  sehr  nennenswerthe  Veränderungen ­
  vor,  welche  das  Billn  nicht  kennt.  Denn  während  dieses
die  Pronominalsuffixe  entweder  mittelst  i  oder  unvermittelt  einfach ­
  mit  dem  Verbalstamm  verbindet  und  in  diesem  letzteren
keinerlei  Vocalveränderungen  zu  Tage  treten,  weist  dagegen
das  Chamir  verschiedentlichen  inneren  Vocalwechsel  in  den
Verbalstämmen  auf,  den  wir  im  Nachstehenden  kurz  zur  Dar-Stellung
  bringen  wollen.
a)  Die  in  §.  85  aufgeführten  einradicaligen  Verba:  bi,
fi,  gi,  ci,  yi  zeigen  vor  vocalisch  anlautenden  Suffixen,  wie  auch
vor  r  nur  den  einfachen  Consonant  b,  f  ‘  g,  c,  y,  vor  consonantischen
  aber  tritt  das  kurze  i  des  Stammes  wieder  zum  Vorschein, ­
  als:  b-äkün,  b-rduk,  b-ün,  b-rti  u.  s.  w.,  aber:  bi-näkün,
be-nun,  bi-jir,  bi-tir  u.  s.  w.
b)  Die  Verba  gü,  */u,  kü  (§.  85)  bleiben  dem  Stamme
nach  unverändert,  nur  mit  folgendem  u  wird  ü  des  Stammes
in  ü  zusammengezogen  (§.  27),  als:  gü-äkün,  gü-rduk,  gün  (für
gü-ün),  gü-rü,  gü  (für  gü-ü)  u.  s.  w.
116)  Zweiradicalige  Verba  bleiben  wie  im  Billn  vor
allen  Pronominalsuffixen  unverändert;  z.  B.  von  gab  sprechen:
gäb-äkün,  gab-rduk,  gab-ün,  gab-rii  ix.  s.  w.
a)  Nur  die  Verba  mit  auslautendem  w  verändern  dasselbe
vor  consonantischen  Suffixen  in  ü;  z.  B.  von  kuiv  tödten:  kuwäkün,
  aber  kü-rauk,  kuw-tin,  aber  kü-rü  u.  s.  w.  Ebenso  verändern ­
  Verba  mit  schliessendem  y,  wenn  diesem  y  nicht  der
Vocal  a  vorangeht,  jenes  y  in  i;  z.  B.  von  güiy  nemen:  güiyäkün,
  aber  güi-rciuk,  güiy-ün,  aber  güi-ru.  Dagegen  bleibt  y
z.  B.  in  liay  bewachen:  liäy-äkvn,  hdy-rauk,  hay-un,  liay-rü  u.  s.  w.
Ueber  die  auf  /,  r,  n  auslautenden  Stämme,  wie:  bin  aus  dem
Schlaf  auffahren,  bar  lassen,  bir  fliegen,  dil  bestimmen,  kil
brechen  u.  s.  w.  vgl.  §.  118.
b)  Verba  mit  schliessendem  g,  g,  q,  q,  wenn  diesen  Lauten
ein  a  vorangeht,  wie  :  ag  werden,  baq  fliessig  werden,  dag  berühren, ­
  haq  siegen,  saq  nähen,  zaq  verspotten  (vgl.  §.  71  a),
            
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