Die Chamirsprache in Abessinien. T.
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der du hörst, worin rä 1 aus ra (= früherem ta, Zeichen der
zweiten Person) -{- a (Präsenszeichen, das auch im Indicativ
wäs-ra-uk du hörst, gegenüber wäs-r-u% du hast gehört, erscheint);
Bil. ivas-tä stünde demnach für iväs-tä-ger = Cham, wds-tir (aus
was-t-ger). In der dritten Person sing.: Cham, ivds-tü = Bil.
iväs-rä er wird hören und Cham, wäs-ti — Bil. ivas-tä sie wird
hören, ist Cham, -ü, fern. I augenscheinlich identisch den Ausgängen
des Verbaladjectivs, wie: ligm-ü, fern. 4 träge u. s. w.
(vgl. §. 26). Der Plural im Futurum zeigt im Chamir die verkürzten
Formen des Präsens auf, nach Analogie im Singular
dürfte aber wohl auslautendes -k in der grsten und zweiten
Person für früheres her (identisch mit obigem ger) stehen, in
der dritten Person aber ist das k noch w-haltig: kil. Mit int
in ihta-uk vgl. das Pronomen natäy sie.
114) Diese oben in §. 113 angegebenen Pronominalsuffixe
werden mit dem Verbalstamm verbunden zur Bezeichnung der
positiven Aussage, als: wäzältün ich höre, waz-ün ich hörte u. s. w.
Ausser diesen Elementen besitzt das Chamir noch bestimmte
Formen für die Negation und die Frage. Für die Negation
werden die negativen Formen des Relativs (vgl. §. 161 ff.) in
Anwendung gebracht, abweichend vom Bilin, das auch für die
directe Rede ein Negativum besitzt (vgl. Bilinspr. §. 65). Die
Frage aber wird im Chamir mittelst der Partikel -ma (Bil. -mä)
bezeichnet, z. B. wazäkün-md höre ich? ivazdker-md höre ich
nicht? wäzru-md hast du gehört? ivaziyar-md hast du nicht gehört?
Näheres hierüber vgl. in §. 188 f.
4) Die Conjugationen.
115) Gegenüber dem Bilin, welches drei Conjugationen
unterscheidet, deren charakteristischer Unterschied darin besteht,
dass in gewissen Hauptzeiten und Modis zwischen dem
unveränderlich bleibenden Verbalstamm und den Personalsuffixen
ein -i- zum Vorschein kommt oder nicht (vgl. Bilinspr.
§• 66), zeigt das Chamir allerdings nur eine einzige Conjugation,
indem dasselbe das Bil. * der zweiten und dritten Conjugation
bereits eingebüsst hat. Da auch die Quarasprache jenes % noch
1 a für a durch den Einfluss des Tons gedehnt.
Sitzungsber. d. pliil.-hist. CI. CV. Bd. II. Hft.
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