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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Die  Chamirsprache  in  Abessinien.  T.

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der  du  hörst,  worin  rä  1  aus  ra  (=  früherem  ta,  Zeichen  der
zweiten  Person)  -{-  a  (Präsenszeichen,  das  auch  im  Indicativ
wäs-ra-uk  du  hörst,  gegenüber  wäs-r-u%  du  hast  gehört,  erscheint);
Bil.  ivas-tä  stünde  demnach  für  iväs-tä-ger  =  Cham,  wds-tir  (aus
was-t-ger).  In  der  dritten  Person  sing.:  Cham,  ivds-tü  =  Bil.
iväs-rä  er  wird  hören  und  Cham,  wäs-ti  —  Bil.  ivas-tä  sie  wird
hören,  ist  Cham,  -ü,  fern.  I  augenscheinlich  identisch  den  Ausgängen ­
  des  Verbaladjectivs,  wie:  ligm-ü,  fern.  4  träge  u.  s.  w.
(vgl.  §.  26).  Der  Plural  im  Futurum  zeigt  im  Chamir  die  verkürzten ­
  Formen  des  Präsens  auf,  nach  Analogie  im  Singular
dürfte  aber  wohl  auslautendes  -k  in  der  grsten  und  zweiten
Person  für  früheres  her  (identisch  mit  obigem  ger)  stehen,  in
der  dritten  Person  aber  ist  das  k  noch  w-haltig:  kil.  Mit  int
in  ihta-uk  vgl.  das  Pronomen  natäy  sie.
114)  Diese  oben  in  §.  113  angegebenen  Pronominalsuffixe
werden  mit  dem  Verbalstamm  verbunden  zur  Bezeichnung  der
positiven  Aussage,  als:  wäzältün  ich  höre,  waz-ün  ich  hörte  u.  s.  w.
Ausser  diesen  Elementen  besitzt  das  Chamir  noch  bestimmte
Formen  für  die  Negation  und  die  Frage.  Für  die  Negation
werden  die  negativen  Formen  des  Relativs  (vgl.  §.  161  ff.)  in
Anwendung  gebracht,  abweichend  vom  Bilin,  das  auch  für  die
directe  Rede  ein  Negativum  besitzt  (vgl.  Bilinspr.  §.  65).  Die
Frage  aber  wird  im  Chamir  mittelst  der  Partikel  -ma  (Bil.  -mä)
bezeichnet,  z.  B.  wazäkün-md  höre  ich?  ivazdker-md  höre  ich
nicht?  wäzru-md  hast  du  gehört?  ivaziyar-md  hast  du  nicht  gehört? ­
  Näheres  hierüber  vgl.  in  §.  188  f.
4)  Die  Conjugationen.
115)  Gegenüber  dem  Bilin,  welches  drei  Conjugationen
unterscheidet,  deren  charakteristischer  Unterschied  darin  besteht, ­
  dass  in  gewissen  Hauptzeiten  und  Modis  zwischen  dem
unveränderlich  bleibenden  Verbalstamm  und  den  Personalsuffixen ­
  ein  -i-  zum  Vorschein  kommt  oder  nicht  (vgl.  Bilinspr.
§•  66),  zeigt  das  Chamir  allerdings  nur  eine  einzige  Conjugation,
indem  dasselbe  das  Bil.  *  der  zweiten  und  dritten  Conjugation
bereits  eingebüsst  hat.  Da  auch  die  Quarasprache  jenes  %  noch

1  a  für  a  durch  den  Einfluss  des  Tons  gedehnt.
Sitzungsber.  d.  pliil.-hist.  CI.  CV.  Bd.  II.  Hft.

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