Die Chamirsprache in Abessinien. I.
609
: küd. 1 In derselben Weise güa, ‘l‘, qua., '{jo güa,
qua, 'V» yüa u. s. w. Für den Lant n schrieb Birru bald 'i’il,
bald auch ’f d. i. mit zwei diakritischen Punkten versehen,
und demnach auch 7T*. nua u. s. w., wofür die Bihn die Charaktere
■) und "J» anwenden. In den Tabellen acceptire ich
der Deutlichkeit und typographischer Gründe wegen für die
genannten Laute die Bilmzeichen und ’)"<•, die ja doch auch
aus 7, entstanden sind.
74) Das Chamir weist eine Reihe von Fällen auf, in
welchen das u des Kehllautes entweder ganz abgefallen oder
wenigstens im Schwinden begriffen ist; so z. B. baq = Bil.
baqü, bauq fliessig werden, aber noch bu-rä = Bil. buq-rä
Mehlsuppe; dik neben dikü = Bil. dakü, dank vorüberziehen;
däqüsä neben ddqsä Frosch; cikel neben ciJcill (A. ! )
eilen; yal, qal neben quäl — Bil. quäl sehen; qas = Bil. qüäs
salben; qalemä und qüalemä (A. ^’A. fl 7 : ) Wampe; kar neben
kuar (Ty. ■) zürnen u. s. w., über die Verdünnung des
u zu i, e vgl. §. 19 und 20. Umgekehrt kommen aber auch
wieder Fälle vor, in welchen Kehllaute ein u zeigen, das in
den verwandten Idiomen fehlt; z. B. azunä — Quara anjim
Bil. anjdy gestern; emqüä = Bil. amäq (cf. G. r Ji-fl*|»*J» s)
Schmutz, iemqü-t = Bil. amäq-r sich beschmutzen; emuq = G.
&9°’\: küssen; güacir-tä = Bil. grcisä (A. “J/,.* 1 ’). :) Stachelschwein;
yüdii = Bil. qit pudendum midiebre; Mas = A. \\f\:
abmagern; lilqu. = A. A4’A4’ • mit Farbe anstreichen; suq =
Bil. ji' trinken u. s. w. Auf dieser letztem und der im §. 69
berührten Erscheinung beruht wohl auch der Wechsel zwischen
k- und Hauchlauten mit w; wie z. B. aus ddqsä Frosch (vgl.
die Nebenform daqüsä) im Quara daüSä geworden; so haben
wir: biwä = G. fl/'/,: Flusspferd; lau = Agaumed. lagä
rechte Seite; maw-aü (Relativform, wörtlich: das Fliessige) die
fliessige Butter, das Schmalz, vgl. G. r/nyflj:; 2 küas mager
werden, aus kahds (oder zunächst küahas) vgl. Ti. ilArh :;
aüc-dnä Katze = Amh. tiP*.Fs (Gurague) vgl. ■ (Agau
1 Z. B neben li-hat- ■■ (ohne Hiatus zwischen kü und 6, au)
welcher existirt, vgl. §. 33.
- Ygl. im Mahra : mäh Butter (Zeitsclir. der deutsch, morgenl. Gesellsch.
XXVII, 265).
39*