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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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R  e  i  n  i  s  c  li.

30)  Viel  häufiger  wird  aber  im  Cliamir  früheres  ü  zu  u
gekürzt,  wie:  dirunä  =  Bil.  dargünä  ficus  bengalensis;  ünät
=  Bil.  dnar  Woche;  ägüstä  =  A.  1  (Abbadie,  Dictionn.
  pag.  545;  mir  wurde  dieses  Wort  aber:  '■  und
hW-«  aufgeschrieben  und  aqösta  ausgesprochen)  Fischotter;
buldd  =  A.  (]*AÄ‘'  Feuerstahl;  gümdri  =  A.  :  Flusspferd ­
  ;  liüfda.  —  A.  •  rothe  Kappe;  gügüyä  (neben
gügiyä)  =  A.  :  Eule.
31)  Ebenso  entspricht  Cham,  u  in  nicht  seltenen  Fällen
einem  frühem  o,  wie:  ämurä  =  A.  Geier;  güjd  =
Hütte;  gürbit  =  7<ifl»’l*■’  Nachbar;  gübi  =  Ty.  70. :
Schild;  mes/üt  und  mes/ot  =  A.  tfDftJri'l* :  Fenster  u.  s.  w.  Und
da  ua  im  Tig.  und  Amh.  häufig  wie  o  gesprochen  wird  (vgl.
auch  §.  7),  so  steht  auch  Cham,  u  =  früherem  ua,  wie:  güSä
—  A.  ’Jo7|  :  Büffel;  rjürrn/A  =  ‘firfU'VU, :  Kitzlein  ;  sägünd  =
077  und  A7”7»  Vogel  Strauss  u.  s.  w.  Diese  letzteren  Fälle
erklären  sich  leicht  nach  §.  23.  So  steht  güSä  zunächst  für
güesä  aus  früherem  güasä,  und  thatsächlich  hat  sich  bei  einsilbigen ­
  Wörtern  auch  noch  eine  vollere  Form  erhalten,  wie
bei:  qüib  (*|>M1  *  für  e  wegen  der  Betonung,  §.  14)  Kappe,
klär  —  :  stolz  sein;  bei  dreiradicaligen  Stämmen  fällt
aber  e  ab,  wie:  külü  y  (aus  lcüelil  y)  =  A.  Jl°AA  ■’  hA :
trippeln  u.  s.  w.
32)  Abgefallen  ist  u  (==  früherem  ü,  ö)  in  feltd  =  Bil.
filütä  Floh;  krbrd  —  Bil.  kalanburä  Trommel;  agdä  —  A.
Mi*»  Heuschrecke;  galimtä  =  •  Hure.  Ebenso  in  der
Flexion,  z.  B.  cikl-un  ich  eilte,  aber  noch  cikül-dil  du  eiltest,
ciküil  eile!  (A.  7 : 5l«A»)  u.  s.  w.  In  dukld  (aber  noch.  plur.
diikuiT)  für  dekülä  aus  A.  ;  Antilope  decula,  und  ähnlichen ­
  Fällen  ist  die  Existenz  eines  früheren  u,  ü  nur  noch  in
der  dunkeln  Färbung  des  dem  «-haltigen  Guttural  vorangehenden ­
  Vocals  ersichtlich.
33)  Ueber  die  o-Laute  und  die  verschiedene  Bezeichnung
derselben:  o,  o,  ö,  o  vgl.  §.  6  und  7.  Langes  5  kommt  nur
lexikalisch  im  Gebrauch  vor,  und  zwar  meist  blos  in  Lehnwörtern, ­
  wie:  qöqdyä  —  Ty.  «jf.d’IJ:  das  Frankolinhuhn,  liöddm
  =  A.  Iff\9"’•  gefrässig,  möldl  =  </ !, /\/\:  schmal  u.  s.  w.
Das  6  erscheint  grammatisch  neben  au  in  der  Masculinform
des  Relativs  tertiae  singularis,  als:  waz-aü  und  waz-6  (Bil.
            
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