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Reiniscli.
Hinsicht seine ursprünglichen Formen zu erhalten gewusst, während
das Chamir derartige Abschwächungen erfahren hat, dass
ohne Kenntniss des Billn es unmöglich sein würde, die grammatischen
Formen und den grössten Theil seines Wortschatzes
zu erklären; doch hat andererseits, wenn auch nur in einigen
wenigen Fällen, auch das Chamir gegenüber dem Billn ältere
Formen bewahrt, so in der Bildung des Futurums, im Relativ
der dritten Person pluralis u. s. w. Da im Chamir besonders
in der Lautgeschichte so bedeutende Veränderungen gegenüber
dem Billn zu verzeichnen sind, so glaubte ich auch dieser
sprachlichen Seite des Chamir so vollständig als möglich Rechnung
tragen zu sollen. Ueber die linguistische Stellung des
Agau innerhalb der chamitischen Sprachen vgl. R. N. Cust, The
modern languages of Africa. London, 1883. 1, 131.
Lautlehre.
1) Die Sprachlaute.
1) Die Chamir bedienen sich der äthiopischen Schriftzeichen,
und zwar ist die Kenntniss des Lesens und Schreibens,
wie mir versichert wurde, ziemlich weit im Volke verbreitet;
diejenigen Chamir, mit denen ich zufällig in persönlichen Verkehr
kam, waren alle schriftkundig. Wenn ich mich im Folgenden
der lateinischen Umschrift statt der äthiopischen Lettern
bediene, so bedarf dieses Vorgehen meines Erachtens wohl
keiner Entschuldigung; ich thue dieses, abgesehen von allgemein
sprachwissenschaftlichen Gründen, hauptsächlich aus der
gewichtigen Ursache, um gewissen Uebelständen, welche mit
der äthiopischen Schrift verbunden sind, auszuweichen und die
Phonetik der einzelnen Schriftzeichen, die verschiedenen Nuancen
der Vocale, Verdoppelung der Consonanten u. s. w. präciser
zum Ausdrucke bringen zu können, als dies bei Anwendung
der äthiopischen Lettern möglich wäre.
2) Im Lautbesitz steht das Chamir ziemlich auf der
gleichen Stufe mit dem Billn, nur fehlt jenem das Ain und
das Hamza, welche beide Laute im Billn noch vorhanden sind.
Dagegen besitzt das Chamir noch t, s, z, welche im BilTn meist
in c und 5 Ubergegangen sind. Ferner hat dasselbe zwei Quetsch-