Ueber eine Handschrift des Passionais und Buches der Märtyrer.
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338, 48 (do Martha Marien gesach) Bl. 77 a
ey welch ein suzzes gemach
mit frawden in ir hertz prach
daz vil churtzleich geschach.
An der erstverzeichneten Stelle findet der interpolirte
Vers eine Parallele in S und erweist sich so als alter Zusatz.
Er schien dem kritischen Copisten nothwendiger als V. 63, der
ohne Schaden für den Zusammenhang geopfert werden konnte.
Dass dieser in der Vorlage von B fehlte, dafür lässt sich die
störende Wiederholung des wider in V. 64 geltend machen.
Offenbar ist das Wort aus V. 62 herabgerathen, was nicht
auffallend ist, wenn diese zwei Verse unmittelbar aufeinander
folgten. 1 In S mangelt V. 62, woran nur Flüchtigkeit Schuld
sein kann. Auf ähnliche Weise wird man sich auch die übrigen
Stellen zurechtlegen müssen, wenn nicht etwa eine schon
vorhandene Lücke zur Ergänzung Veranlassung bot, was ich
für 338, 48 annehmen möchte.
Anderswo scheint mir bereits früher erfolgte Verstümmelung
oder Aenderung des Versschlusscs den Anstoss zu Interpolationen
gegeben zu haben. Man vergleiche:
11, 24
daz im nie wart genuinen
der hohe schätz, daz edele gut
ich meine sin erste demut,
die er liete in den armen tagen.
51, 14
die cristenheit wart des vro,
wand si. wunder sahen dort,
nu wolde oucli halden sine wort
der heiser an den Crichen,
daz icht mochte siechen
B Bl. 16 4
daz im nie wart benomen
Der groz vnd der hohe schätz
vnd sein edler fursatz
Ich maine sein erste diemüt
dieervon iugent an sichhlt
Bl. 17 a
Vnd het in den armen tagen.
B Bl. 43 a
die christenhait wart des frö
Wann sy wunder sahen do
an sand Laurencio
Der chaiser vnd die chriechen
daz icht mochte siechen
1 Versehen wie verprant für versant 56, 56, welches entprant im zweitfolgenden
Verse hervorrief, sind seltener.