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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Beiträge  zur  arabischen  Lexikographie.

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deren  vollständige  Durchführung  kaum  denkbar  ist.  Denn  das
Sprach  material,  sowie  es  in  den  grossen  Originalwörterbüchern
gesammelt  worden  ist,  gehört  nicht  einer  bestimmten  Periode
der  Spraehbildung  an,  sondern  enthält  den  sprachlichen  Stoff  einer
vielleicht  mehr  als  zweitausendjährigen  Periode  ununterbrochener
Fortbildung.  Und  dieser  ganze,  gewaltige  Stoff  ist  bunt  durcheinander ­
  gemischt.  So  gross  auch  der  Fleiss  der  einheimischen
Gelehrten,  besonders  der  Philologen  der  alten  Schule  war,  so
finden  sich  nicht  blos  Unmassen  von  Varianten,  Afterbildungen
und  zahllose  Missverständnisse  vor,  sondern  es  zeigen  sich  anderseits, ­
  auch  wenn  man  von  der  modernen  Sprache  ganz  absieht,
viele  Lücken,  selbst  für  die  sogenannte  klassische  Periode.  Die
alten  Lexikographen  haben  nicht  immer  die  von  ihnen  benützten ­
  Literaturwerke  sorgfältig  excerpirt.  So  kommt  es,  dass
man  bei  dem  Studium  der  grossen  Traditionssammlungen,  die
schon  für  die  alten  Lexikographen  die  ergiebigste  Fundgrube
waren,  noch  immer  manches  Wort  findet,  das  sie  aufzunehmen
übersahen.  Sajjid  Mortadä,  der  Verfasser  des  Tag-al'arus,  hat
zwar  vieles  nachgetragen,  aber  die  vorliegende  Arbeit  zeigt,
dass  noch  immer  eine  kleine  Nachlese  gehalten  werden  kann.
Aus  den  Werken  der  alten  Philologen,  den  Sammlungen  von
Nawädir  Hesse  sich  noch  weit  mehr  herbeiziehen.  Allerdings
lauft  man  hiebei  Gefahr  taube  Nüsse  zu  kaufen,  denn  viele
seltene  Wortformen,  die,  um  damit  zu  prunken,  in  solchen
Werken  zusammengestellt  werden,  haben  nie  in  der  lebenden
Sprache  existirt.  Aus  diesem  Grunde  Hess  ich  Sojuty’s  Mozhir
unbeachtet,  denn  nicht  wenig  von  dem,  das  dort  gesammelt  ist,
gehört  dieser  Classe  an.
Anders  verhält  es  sich  mit  Wörtern,  die  in  einem  alten
Verse  sich  finden.  Solche  Citate  aus  Gedichten  erhärten  zwar
nicht  immer  die  Echtheit  des  Wortes,  aber  sie  geben  doch
dafür  einige  Wahrscheinlichkeit.  Deshalb  nahm  ich  manches
solche  Wort  in  meine  Zusammenstellung  auf.  Verschwindend
klein  ist  allerdings  der  hier  gebotene  neue  Stoff  im  Vergleiche
zu  dem,  was  Dozy  in  seinem  grossen  Werke  gesammelt  hat.
Denn  er  arbeitete  mit  so  umfassenden  Materialien,  so  ausgedehnter ­
  Belesenheit  und  so  unermüdlichem  Fleisse,  dass  er
allein  die  Arbeit  Vieler  vollbrachte  und  seinen  Nachfolgern
nur  wenig  nachzutragen  hinterliess.
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  CV.  Bd.  II.  Hft.

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