Beiträge zur arabischen Lexikographie.
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deren vollständige Durchführung kaum denkbar ist. Denn das
Sprach material, sowie es in den grossen Originalwörterbüchern
gesammelt worden ist, gehört nicht einer bestimmten Periode
der Spraehbildung an, sondern enthält den sprachlichen Stoff einer
vielleicht mehr als zweitausendjährigen Periode ununterbrochener
Fortbildung. Und dieser ganze, gewaltige Stoff ist bunt durcheinander
gemischt. So gross auch der Fleiss der einheimischen
Gelehrten, besonders der Philologen der alten Schule war, so
finden sich nicht blos Unmassen von Varianten, Afterbildungen
und zahllose Missverständnisse vor, sondern es zeigen sich anderseits,
auch wenn man von der modernen Sprache ganz absieht,
viele Lücken, selbst für die sogenannte klassische Periode. Die
alten Lexikographen haben nicht immer die von ihnen benützten
Literaturwerke sorgfältig excerpirt. So kommt es, dass
man bei dem Studium der grossen Traditionssammlungen, die
schon für die alten Lexikographen die ergiebigste Fundgrube
waren, noch immer manches Wort findet, das sie aufzunehmen
übersahen. Sajjid Mortadä, der Verfasser des Tag-al'arus, hat
zwar vieles nachgetragen, aber die vorliegende Arbeit zeigt,
dass noch immer eine kleine Nachlese gehalten werden kann.
Aus den Werken der alten Philologen, den Sammlungen von
Nawädir Hesse sich noch weit mehr herbeiziehen. Allerdings
lauft man hiebei Gefahr taube Nüsse zu kaufen, denn viele
seltene Wortformen, die, um damit zu prunken, in solchen
Werken zusammengestellt werden, haben nie in der lebenden
Sprache existirt. Aus diesem Grunde Hess ich Sojuty’s Mozhir
unbeachtet, denn nicht wenig von dem, das dort gesammelt ist,
gehört dieser Classe an.
Anders verhält es sich mit Wörtern, die in einem alten
Verse sich finden. Solche Citate aus Gedichten erhärten zwar
nicht immer die Echtheit des Wortes, aber sie geben doch
dafür einige Wahrscheinlichkeit. Deshalb nahm ich manches
solche Wort in meine Zusammenstellung auf. Verschwindend
klein ist allerdings der hier gebotene neue Stoff im Vergleiche
zu dem, was Dozy in seinem grossen Werke gesammelt hat.
Denn er arbeitete mit so umfassenden Materialien, so ausgedehnter
Belesenheit und so unermüdlichem Fleisse, dass er
allein die Arbeit Vieler vollbrachte und seinen Nachfolgern
nur wenig nachzutragen hinterliess.
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. CV. Bd. II. Hft.
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