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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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(Z.  6)  dauerte  und  mit  der  im  ersten  Turiner  Papyrus  erwähnten
Stäßacit;  tou  [j.svistcu  ösoij  v App.am?  aus  dem  Payni  des  53.  Jahres
des  Ptolemaios  Euergetes  II.  identisch  ist.  Daneben  finden
wir  in  einer  wichtigen  Inschrift  ein  Amonsfest  am  29.  Epiphi 1
und  in  anderen  Texten  verschiedener  Zeiten  Neujahrsfeste  zu
Ehren  des  Amon  angeführt.  Der  Umstand,  dass  die  Amonsfeste ­
  gewöhnlich  mehrere  Tage  umfassten  —  so  dauerte  das
Amonsfest,  welches  im  Kalender  von  Medinet-Abu  am  19.  Paophi
begann,  volle  24  Tage  und  hatte  dann  noch  eine  Nachfeier  —
in  den  Texten  dagegen  meist  nicht  angegeben  wird,  oh  das
betreffende  Datum  den  Anfang,  die  Mitte  oder  das  Ende  des
Festes  bezeichnete,  ist  sehr  geeignet,  die  Schwierigkeiten  zu
erhöhen.  Man  hat  hei  derartigen  Untersuchungen  das  Gefühl,
welches  nach  der  anschaulichen  Beschreibung  Diodor’s  I,  30
die  Wanderer  befiel,  welche  sich  in  die  ßapaOpa  verirrten.
Der  zweite  Versuch  geht  von  den  Angaben  der  Papyrus
und  Inschriften  über  Beginn  und  Ende  der  Ernte  und  der
Feldzüge  aus.  Es  ist  natürlich,  dass  auf  diesem  Wege,  der
zuerst  von  Goodwin  gewiesen  und  seitdem  von  Lieb  lein 2  mit
Vorliebe  beschritten  wurde,  sich  nur  annähernde  Werthe  gewinnen ­
  lassen.  Bei  der  Lückenhaftigkeit  unserer  Hilfsmittel
wird  man  sich  vorläufig  damit  begnügen  müssen.  Besonderes
Gewicht  lege  ich  auf  die  Angaben  über  den  Beginn  der  Feldzüge, ­
  da  derselbe  von  den  allgemeinen  Naturverhältnissen  abhängt ­
  —  man  denke  an  die  Gleichmässigkeit  der  assyrischen
Feldzüge.  Gewiss  gab  es  in  den  heiligen  Rollen  Vorschriften
über  die  geeignete  Zeit'  der  Kriegseröffnung,  religiöse  Festlichkeiten ­
  giengen  derselben  voraus.  Denn  so  möchte  ich  das
in  einer  Inschrift  aus  der  Zeit  Tuthmes  III. 3  erwähnte  Fest

auffassen,  welches  wohl  nichts  anderes  bedeutete,

als  die  ,Abwehr  der  Anuvölker',  also  eines  der  ersten  Völker,
mit  denen  die  Aegypter,  wie  die  Inschrift  von  Wadi-Maghara
aus  der  Zeit  des  Königs  Chufu  bezeugt,  in  Conflict  kamen.
Es  wurde  in  dem  zweiten  Jahre  Thutmes  III.  am  21.  Pharmuthi
  gefeiert,  einige  Tage  vor  dem  Beginn  des  Feldzuges  im

1  Brugsch,  Geschichte  Aegyptens,  S.  645.
2  Vgl.  vor  Allem  Recueil,  I,  62  f.,  95  f.
3  Dkm.  HI,  55  a.  Vgl.  Brugsch,  Geschichte  Aegyptens,  S.  154.
            
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