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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

vier  Jahre  um  einen  Tag  verschieben.  Die  Monddaten  mussten
durch  eine  selbstständige  Rechnung  gewonnen  werden.  Sobald
in  Kalendern  aus  verschiedenen  Perioden  der  ägyptischen  Geschichte ­
  Feste  dieser  zweiten  Gattung  mit  Sicherheit  sich  nachweisen
  lassen,  ist  auch  der  zeitliche  Abstand  der  Kalender
gegeben  und  damit  ein  wichtiges  chronographisches  Hilfsmittel
gewonnen.  Sehr  zu  beklagen  ist,  dass  bei  dem  berühmten
Kalendersteine  von  Elephantine,  mit  dem  Ansätze  des  Siriusaufganges ­
  auf  den  28.  Epiphi,  es  nicht  mit  Sicherheit  auszumachen
ist,  ob  er  aus  der  Zeit  Thutmes  III.  oder  eines  seiner  Nachfolger ­
  herstammt. 1
Bei  Verwerthung  von  Festangaben  kann  bei  den  vielen
Sonderbarkeiten,  welche  der  ägyptische  Festkalender  bietet,  nur
mit  grösster  Vorsicht  zu  Werke  gegangen  werden.  Das  tkebanische
  Amonsfest,  welches  zu  wiederholten  Malen  in  ägyptischen ­
  Texten  und  Kalendern  erwähnt  wird,  ist  ganz  geeignet,
die  Schwierigkeiten,  mit  denen  man  auf  diesem  Gebiete  zu
kämpfen  hat,  zu  illustrieren.  Brugsch  hat  in  seinen  ,Materiaux  pour
servir  h  la  reconstruction  du  calendrier  des  anciens  Egyptiens‘
S.  96,  97  eine  noch  jetzt  fast  ganz  erschöpfende  Zusammenstellung ­
  der  Erwähnungen  und  Daten  dieses  Festes  gegeben.
Es  zeigt  sich,  dass  das  Fest  nicht  blos  in  verschiedenen  Jahren,
sondern  auch  in  demselben  Jahre  an  verschiedenen  Daten  begangen ­
  wurde,  d.  h.  dass  es  nicht  ein,  sondern  mehrere  Amonsfeste ­
  in  einem  und  demselben  Jahre  gab.
In  der  Zeit  Thutmes  III.  finden  wir  das  aus  dem  Kalender
von  Medinet-Abu  und  anderen  Texten  wohlbekannte  Fest  am
19.  Paophi  und  9.  Athyr  erwähnt,  aber  wir  finden  zugleich  ein
anderes  Fest,  welches  am  21.  Mechir 2  begann  und  nachweislich ­
  mindestens  zehn  Tage  dauerte.  In  der  sogenannten  Bentreschstele
  aus  der  Ramessidenzeit  wird  ein  Amonsfest  erwähnt,
welches  vom  Ende  Pachons  (Z.  13)  bis  mindestens  zum  22.  Payni

1  Der  aus  demselben  sich  ergebende  chronographische  Ansatz  scheint  mir
aus  vielen  Gründen  für  Thutmes  III.  etwas  zu  niedrig  zu  sein.  (Vgl.
Studien,  I,  74  [906]  A.  3).
2  Mariette,  Karnak,  Tafel  XII,  Z.  7.  Die  von  Mariette  im  Texte  (S.  47)
gegen  das  beigefügte  Monddatum  geiiusserten  Bedenken  erledigen  sich
durch  den  Hinweis  auf  die  Thatsaelie,  dass  das  Regnaljahr  damals  am
(oder  um  den?)  1.  Pachons  begann.
            
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