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Krall.
vier Jahre um einen Tag verschieben. Die Monddaten mussten
durch eine selbstständige Rechnung gewonnen werden. Sobald
in Kalendern aus verschiedenen Perioden der ägyptischen Geschichte
Feste dieser zweiten Gattung mit Sicherheit sich nachweisen
lassen, ist auch der zeitliche Abstand der Kalender
gegeben und damit ein wichtiges chronographisches Hilfsmittel
gewonnen. Sehr zu beklagen ist, dass bei dem berühmten
Kalendersteine von Elephantine, mit dem Ansätze des Siriusaufganges
auf den 28. Epiphi, es nicht mit Sicherheit auszumachen
ist, ob er aus der Zeit Thutmes III. oder eines seiner Nachfolger
herstammt. 1
Bei Verwerthung von Festangaben kann bei den vielen
Sonderbarkeiten, welche der ägyptische Festkalender bietet, nur
mit grösster Vorsicht zu Werke gegangen werden. Das tkebanische
Amonsfest, welches zu wiederholten Malen in ägyptischen
Texten und Kalendern erwähnt wird, ist ganz geeignet,
die Schwierigkeiten, mit denen man auf diesem Gebiete zu
kämpfen hat, zu illustrieren. Brugsch hat in seinen ,Materiaux pour
servir h la reconstruction du calendrier des anciens Egyptiens‘
S. 96, 97 eine noch jetzt fast ganz erschöpfende Zusammenstellung
der Erwähnungen und Daten dieses Festes gegeben.
Es zeigt sich, dass das Fest nicht blos in verschiedenen Jahren,
sondern auch in demselben Jahre an verschiedenen Daten begangen
wurde, d. h. dass es nicht ein, sondern mehrere Amonsfeste
in einem und demselben Jahre gab.
In der Zeit Thutmes III. finden wir das aus dem Kalender
von Medinet-Abu und anderen Texten wohlbekannte Fest am
19. Paophi und 9. Athyr erwähnt, aber wir finden zugleich ein
anderes Fest, welches am 21. Mechir 2 begann und nachweislich
mindestens zehn Tage dauerte. In der sogenannten Bentreschstele
aus der Ramessidenzeit wird ein Amonsfest erwähnt,
welches vom Ende Pachons (Z. 13) bis mindestens zum 22. Payni
1 Der aus demselben sich ergebende chronographische Ansatz scheint mir
aus vielen Gründen für Thutmes III. etwas zu niedrig zu sein. (Vgl.
Studien, I, 74 [906] A. 3).
2 Mariette, Karnak, Tafel XII, Z. 7. Die von Mariette im Texte (S. 47)
gegen das beigefügte Monddatum geiiusserten Bedenken erledigen sich
durch den Hinweis auf die Thatsaelie, dass das Regnaljahr damals am
(oder um den?) 1. Pachons begann.