Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
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jede weitere chronographische Forschung sich zu bewegen haben
wird. Der zeitliche Spielraum, der bei Menes früher zwei bis
drei Jahrtausende betrug, reduziert sich jetzt auf kaum so viel
Jahrhunderte. Dort, wo uns als Correctiv andere Angaben
vorliegen, scheue ich mich nicht für Approximativangaben
auch die Tomoi heranzuziehen, welche trotz aller Verderbniss
dennoch als das Vermächtniss einer Zeit zu gelten haben, welche
über reichlichere Hilfsmittel als wir verfügte. Im Detail sind sie,
wie die Monumente zeigen, wenig zuverlässig, was hei der Art
der ägyptischen Ueberlieferung gar nicht auffallend ist.
Unabhängig von ihnen müssen wir in den Monumenten nach
Angaben forschen, welche uns in den Stand setzen, entweder
relative oder absolute Zeitwerthe für die einzelnen Pharaonen
zu gewinnen. Dies kann auf zwei verschiedenen Wegen
geschehen. Wir haben in dem ersten Theile dieser Studien 1
dargethan, dass die Feste der alten Aegypter in zwei Gruppen
zu scheiden sind. Die eine umfasste diejenigen Feste — und
sie waren in der Mehrzahl — welche immer an demselben
Datum des Wandeljahres 2 — einer anderen Jahresform bediente
man sich in Aegypten vor der Ptolemäerzeit nicht — gefeiert
wurden und in Folge dessen mit demselben einen grossen
Kreislauf durch die Jahreszeiten beschrieben. Für unsere
Zwecke sind diese Feste nicht zu verwerthen, ein Kalender
ist hierin nur ein Spiegelbild des anderen. Anders steht es
dagegen mit den Festen der zweiten Gruppe, welche die
,himmlischerd Feste umfasste, d. h. diejenigen, welche sich auf
die Nilschwelle, die Jahrpunkte, den Siriusaufgang bezogen.
Diese konnten nicht an einem bestimmten Tage des Wandeljahres
haften bleiben, sondern mussten sich in demselben alle
1 S. 62 [894], Vgl. auch Aeg. Z. 1883, S. 84.
2 Auch der Kalender von Medinet-Abu bezieht sich auf das Wandeljahr.
Die grosse Inschrift Ramses II. in Abydos giebt natürlich nur Daten
nach dem Wandeljahr und setzt dennoch ein thebanisches Amonsfest
voraus, welches vor dem 23. Athyr schloss. Dies kann, wie auch
Brugseh, Geschichte Aegyptens, S. 479, A. bemerkt, kein anderes sein,
als das im Kalender von Medinet-Abu verzeichnete Amonsfest, welches
vom 19. Paophi bis zum 17. Athyr reichte. Dass der Kalender von
Medinet-Abu nur eine Copie eines unter Ramses II. angefertigten Originals
ist, wissen wir durch Dümichens Forschungen. Vgl. Studien, I,
47 [879], 65 [897],
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