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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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jede  weitere  chronographische  Forschung  sich  zu  bewegen  haben
wird.  Der  zeitliche  Spielraum,  der  bei  Menes  früher  zwei  bis
drei  Jahrtausende  betrug,  reduziert  sich  jetzt  auf  kaum  so  viel
Jahrhunderte.  Dort,  wo  uns  als  Correctiv  andere  Angaben
vorliegen,  scheue  ich  mich  nicht  für  Approximativangaben
auch  die  Tomoi  heranzuziehen,  welche  trotz  aller  Verderbniss
dennoch  als  das  Vermächtniss  einer  Zeit  zu  gelten  haben,  welche
über  reichlichere  Hilfsmittel  als  wir  verfügte.  Im  Detail  sind  sie,
wie  die  Monumente  zeigen,  wenig  zuverlässig,  was  hei  der  Art
der  ägyptischen  Ueberlieferung  gar  nicht  auffallend  ist.
Unabhängig  von  ihnen  müssen  wir  in  den  Monumenten  nach
Angaben  forschen,  welche  uns  in  den  Stand  setzen,  entweder
relative  oder  absolute  Zeitwerthe  für  die  einzelnen  Pharaonen ­
  zu  gewinnen.  Dies  kann  auf  zwei  verschiedenen  Wegen
geschehen.  Wir  haben  in  dem  ersten  Theile  dieser  Studien  1
dargethan,  dass  die  Feste  der  alten  Aegypter  in  zwei  Gruppen
zu  scheiden  sind.  Die  eine  umfasste  diejenigen  Feste  —  und
sie  waren  in  der  Mehrzahl  —  welche  immer  an  demselben
Datum  des  Wandeljahres 2  —  einer  anderen  Jahresform  bediente
man  sich  in  Aegypten  vor  der  Ptolemäerzeit  nicht  —  gefeiert ­
  wurden  und  in  Folge  dessen  mit  demselben  einen  grossen
Kreislauf  durch  die  Jahreszeiten  beschrieben.  Für  unsere
Zwecke  sind  diese  Feste  nicht  zu  verwerthen,  ein  Kalender
ist  hierin  nur  ein  Spiegelbild  des  anderen.  Anders  steht  es
dagegen  mit  den  Festen  der  zweiten  Gruppe,  welche  die
,himmlischerd  Feste  umfasste,  d.  h.  diejenigen,  welche  sich  auf
die  Nilschwelle,  die  Jahrpunkte,  den  Siriusaufgang  bezogen.
Diese  konnten  nicht  an  einem  bestimmten  Tage  des  Wandeljahres ­
  haften  bleiben,  sondern  mussten  sich  in  demselben  alle
1  S.  62  [894],  Vgl.  auch  Aeg.  Z.  1883,  S.  84.
2  Auch  der  Kalender  von  Medinet-Abu  bezieht  sich  auf  das  Wandeljahr.
Die  grosse  Inschrift  Ramses  II.  in  Abydos  giebt  natürlich  nur  Daten
nach  dem  Wandeljahr  und  setzt  dennoch  ein  thebanisches  Amonsfest
voraus,  welches  vor  dem  23.  Athyr  schloss.  Dies  kann,  wie  auch
Brugseh,  Geschichte  Aegyptens,  S.  479,  A.  bemerkt,  kein  anderes  sein,
als  das  im  Kalender  von  Medinet-Abu  verzeichnete  Amonsfest,  welches
vom  19.  Paophi  bis  zum  17.  Athyr  reichte.  Dass  der  Kalender  von
Medinet-Abu  nur  eine  Copie  eines  unter  Ramses  II.  angefertigten  Originals ­
  ist,  wissen  wir  durch  Dümichens  Forschungen.  Vgl.  Studien,  I,
47  [879],  65  [897],

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