Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
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knüpft. Die Verwechselung dieses Königs Bokkoris mit dem
Zeitgenossen des Aetliiopen Sabakon, hat ferner zur Folge
gehabt, dass der wegen seiner Frömmigkeit, Weisheit und
Gerechtigkeit gepriesene Bokkoris II. 1 bei Aelian 2 beschuldet
wird, den religiösen Glauben der Aegypter schonungslos verletzt,
ja den heiligen Sonnenstier von Heliopolis zu einem Wettkampf
mit einem wilden Stiere gehetzt zu haben. 3 Was die
Volkssage von dem alten König Bokkoris meldete, ward auf
seinen gleichnamigen, späten Nachfolger übertragen.
Aehnlicb wie dem jüngeren Bokkoris ist es Cheops ergangen,
der in den Tomoi in einem Zuge als [mep&imjs de, öeou?
und als Verfasser einer tepa ßi'ßXoc bezeichnet wird. Auch hier
sind echte Ueberlieferungen mit missverstandenen, von Herodot
mitgetheilten Volkssagen verquickt worden.
Zum Schlüsse haben wir noch einiges über den ägyptischen
Namen ’Ocap«)©, den Moses nach Manetho’s Angabe
ursprünglich führte, zu bemerken. Sehr mit Unrecht hat man
die Erklärung Manetho’s in Zweifel gezogen. Der Name
’Ouapavjip ist in der That streb tou ev 'HXioreöXsi 0sou ’Oafpewq,
welcher hieroglyphisch jj -<s>- Jj, Osarseph, lautete, hergenommen.
4 Diese Form des Osiris ward, wie die kieroglyphischen
Texte zeigen, in Heliopolis verehrt. 5 Der Gott ’Oaapovjop
1 Als vierten ägyptischen Gesetzgeber preist ihn Diodor I, 94, als strengen
Richter Plutarch, vitios. pud. 3.
2 Hist. an. XI, 11.
3 Die Sitte auf dem Vorplatze des Phtahtempels in Memphis Kämpfe von
Stieren anzustellen, erwähnt Strabo 807.
4 Die von Büdinger, Aegyptische Einwirkungen auf hebräische Culte, II,
19, 20 [25, 26] an den Namen ’Ooaptnjcp geknüpften Beobachtungen
stimmen mit der oben gegebenen Erklärung des Namens aufs beste.
Auf sprachliche Gründe sich stützend, hat auch De Lagarde die Leviten
und Moses als Aegypter hingestellt. Er sagt in einem 1876 gedruckten
Aufsatze (Symmicta II, S. 35): ,Moses war unzweifelhaft kein Semit:
der Stamm Levi, der Träger des hebräischen Cultus, giebt, wie ich
schon vor 23 Jahren dargelegt, durch seinen Namen — ein Adjectiv,
das einen zur Gefolgschaft Gehörigen bedeutet — den Beweis, dass das
geistige Leben der nach Asien zurückwandernden Semiten in der Pflege
und Leitung ägyptischer Männer gestanden hat“.
6 So zieht Pianchi von Memphis (Z. 101) nach On (Heliopolis) über den
Berg von Babylon ,auf der Strasse des Gottes Seph‘. Es gab auch einen