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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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knüpft.  Die  Verwechselung  dieses  Königs  Bokkoris  mit  dem
Zeitgenossen  des  Aetliiopen  Sabakon,  hat  ferner  zur  Folge
gehabt,  dass  der  wegen  seiner  Frömmigkeit,  Weisheit  und
Gerechtigkeit  gepriesene  Bokkoris  II.  1  bei  Aelian 2  beschuldet
wird,  den  religiösen  Glauben  der  Aegypter  schonungslos  verletzt, ­
  ja  den  heiligen  Sonnenstier  von  Heliopolis  zu  einem  Wettkampf ­
  mit  einem  wilden  Stiere  gehetzt  zu  haben. 3  Was  die
Volkssage  von  dem  alten  König  Bokkoris  meldete,  ward  auf
seinen  gleichnamigen,  späten  Nachfolger  übertragen.
Aehnlicb  wie  dem  jüngeren  Bokkoris  ist  es  Cheops  ergangen, ­
  der  in  den  Tomoi  in  einem  Zuge  als  [mep&imjs  de,  öeou?
und  als  Verfasser  einer  tepa  ßi'ßXoc  bezeichnet  wird.  Auch  hier
sind  echte  Ueberlieferungen  mit  missverstandenen,  von  Herodot
mitgetheilten  Volkssagen  verquickt  worden.
Zum  Schlüsse  haben  wir  noch  einiges  über  den  ägyptischen ­
  Namen  ’Ocap«)©,  den  Moses  nach  Manetho’s  Angabe
ursprünglich  führte,  zu  bemerken.  Sehr  mit  Unrecht  hat  man
die  Erklärung  Manetho’s  in  Zweifel  gezogen.  Der  Name
’Ouapavjip  ist  in  der  That  streb  tou  ev  'HXioreöXsi  0sou  ’Oafpewq,
welcher  hieroglyphisch  jj  -<s>-  Jj,  Osarseph,  lautete,  hergenommen. ­
 4  Diese  Form  des  Osiris  ward,  wie  die  kieroglyphischen
  Texte  zeigen,  in  Heliopolis  verehrt. 5  Der  Gott  ’Oaapovjop

1  Als  vierten  ägyptischen  Gesetzgeber  preist  ihn  Diodor  I,  94,  als  strengen
Richter  Plutarch,  vitios.  pud.  3.
2  Hist.  an.  XI,  11.
3  Die  Sitte  auf  dem  Vorplatze  des  Phtahtempels  in  Memphis  Kämpfe  von
Stieren  anzustellen,  erwähnt  Strabo  807.
4  Die  von  Büdinger,  Aegyptische  Einwirkungen  auf  hebräische  Culte,  II,
19,  20  [25,  26]  an  den  Namen  ’Ooaptnjcp  geknüpften  Beobachtungen
stimmen  mit  der  oben  gegebenen  Erklärung  des  Namens  aufs  beste.
Auf  sprachliche  Gründe  sich  stützend,  hat  auch  De  Lagarde  die  Leviten
und  Moses  als  Aegypter  hingestellt.  Er  sagt  in  einem  1876  gedruckten
Aufsatze  (Symmicta  II,  S.  35):  ,Moses  war  unzweifelhaft  kein  Semit:
der  Stamm  Levi,  der  Träger  des  hebräischen  Cultus,  giebt,  wie  ich
schon  vor  23  Jahren  dargelegt,  durch  seinen  Namen  —  ein  Adjectiv,
das  einen  zur  Gefolgschaft  Gehörigen  bedeutet  —  den  Beweis,  dass  das
geistige  Leben  der  nach  Asien  zurückwandernden  Semiten  in  der  Pflege
und  Leitung  ägyptischer  Männer  gestanden  hat“.
6  So  zieht  Pianchi  von  Memphis  (Z.  101)  nach  On  (Heliopolis)  über  den
Berg  von  Babylon  ,auf  der  Strasse  des  Gottes  Seph‘.  Es  gab  auch  einen
            
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