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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

Verehrung  zollte,  dass  er  sich  seihst  als  Oberpriester  des  Harrnachis
  bezeichnete  und  ihm  Opfer  brachte,  so  wird  man  sich  der
Gleichsetzung  Amenothes  IV.  mit  Horos-Harmachis,  zu  der  die
Listen  des  Josephus  uns  drängen,  nicht  verschliessen  können.
Man  wird  es  begreiflich  finden,  dass,  wenn  unsere  Gleichsetzung ­
  Achunaten  mit  Horos-Harmachis  richtig  ist,  das  Vorgehen ­
  Amenothes  IV.  auf  religiösem  Gebiete  in  der  Sage  der
späteren  Zeit  als  Zauberei  erschien,  dass  man  ihn  unter  diejenigen ­
  zählte,  welche  die  Götter  schauen  wollten.  Der  Umstand,
dass  die  Namen  des  Königs  und  des  Sehero,  Amenophis,  correct
auf  den  in  der  XVIII.  Dynastie  der  Tomoi  üblichen  Namen
Amenothes  hinweisen,  lässt  uns  vermuthen,  dass  zwischen
IIoros-Harmachis-Achunaten  und  dem  König  Amenophis  bei
Manetho  ein  näherer  Zusammenhang  besteht,  als  es  nach  den
vorliegenden  Fragmenten  den  Anschein  hat,  ja  dass  Amenophis
erst  in  der  halbhistorischen  Literatur  an  die  Stelle  gerückt
wurde,  die  er  bei  Manetho  einnimmt.
Gar  mannigfaltig  waren,  wie  die  Fragmente  des  Chairemon,
Lysimachos  und  die  bekannte  Stelle  des  Tacitus  1  bezeugen,
die  Ueberlieferungen,  welche  sich  an  die  von  Manetho  erzählte
Begebenheit  anschlossen.  Sie  knüpften  bald  an  den  König
Amenophis,  bald  an  einen  König  Bokkoris  an.  2  Es  ist  ein  wohl
nur  absichtlicher,  weil  den  Juden  höchst  fataler  Irrthum
Apions  und  anderer  Autoren,  wenn  sie  den  letztgenannten  König
mit  dem  gleichnamigen  König  aus  dem  achten  Jahrhundert
verwechselten  und  damit  Moses  und  den  Auszug  in  die  siebente
Olympiade  setzten. 3  Das  wird  uns  natürlich  nicht  hindern,  den
bei  Lysimachos  und  Tacitus  genannten  König  Bokkoris  —  aus
J ^O,  Bok-n-rä,  Diener  des  Rä,  entstanden,  welches  wahrscheinlich
  für  ]  [1  O,  Bok-n-aten,  steht 4  —  in  die  Zeit
AAAAAA  I  AAAAM
zu  setzen,  welche  monumental  an  den  Namen  Achunaten  an--den

  Vordergrund  zu  schieben.  Von  'semitischen  Einwirkungen  kann,
vollends  bei  den  gut  ägyptischen  Namen  der  Eltern  seiner  Hutter  Thi,
keine  Rede  sein.
1  Hist.  V,  3.
2  Das  letztere  bei  Lysimachos  und  Tacitus.
3  Contra  Apionem  II,  2.
J  Vgl.  unser  ,Manethonisches  Geschichtswerk 1 ,  S.  39  [159].
            
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