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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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wie  als  Strafe  für  des  Nectanebos  Zauberei  das  Land  Aegypten
den  Persern  unterfhan  wird,  so  erduldet  Aegypten  in  Folge  der
Künste  des  Königs  Amenophis  dreizehnjährige  Knechtschaft.
Wir  erfahren  aus  dem  Exodusfragmente,  dass  Pharao
Amenophis  einen  Vorgänger  seines  frevelhaften  Wunsches,  die
Götter  zu  schauen,  gehabt  habe,  nämlich  König  Horos.  Wir
sind  jetzt  der  Ansicht,  dass  unter  diesem  Könige  Horos  der
neunte  König  in  der  Liste  bei  Josephus  gemeint  sei,  da  die
früher  allgemein  beliebte  Gleichsetzung  des  Letzteren  mit  dem
monumentalen  Armheb,  wie  wir  oben  bei  ’Apgaic 1  gezeigt
haben,  definitiv  aufzugeben  ist.  Einen  König  „fj,  Hpoc,
können  wir  monumental  nicht  nachweisen,  es  liegt  uns  sonach
wieder  einer  jener  volksthümlichen  Namen  der  späteren  Zeit
vor,  deren  wir  mehrere 2  kennen  gelernt  haben.  Hier  kommt
uns  eine  feine  Bemerkung  Revillout’s  3  sehr  zuStatten:  ,Quant
au  nom  Harmachis,  il  est  toujours  transcrit  Horus  en  grec.
Jamais  on  ne  trouve  dans  les  documents  ptolema'iques  la  transcription
  complete  du  mot  Harmachis.“  Wir  haben  daher  allen
Grund  für  den  neunten  König  der  Liste  des  Josephus  als

volksthümlichen  Namen

die  hieroglyphische  Form

Harmachu,  zu  supponieren.  Der  König,  der  bei  Josephus  ihm
vorausgeht,  ’Apivio©«:,  kann  kein  anderer  sein  als  Amenothes  III.
Nach  der  historischen  Folge  müsste  sonach  König  Horos  oder
besser  Harmachis  dem  aus  den  Texten  von  Tell-el-Amarna
wohlbekannten  Amenothes  IV.  =  Achulraten  entsprechen.  Bedenkt ­
  man,  dass  der  gegen  den  Amonscultus  mit  grossem  Eifer
auftretende 4  Amenothes  IV.  dem  Gotte  Harmachis  besondere

1  S.  386  u.  A.
2  S.  398.
3  Revue  egypt.  III,  27.
4  Das  Vorgehen  Amenothes  IV.  wird  gewöhnlich  unrichtig  aufgefasst.  Wir
haben  an  einer  anderen  Stelle  (Manetlionisches  Geschichtswerk  69  [179])
im  Anschlüsse  an  Brugsch  hervorgehoben,  dass  aller  Wahrscheinlichkeit
nach  Ahmes’,  des  Vertreibers  der  Hykschos,  Geschlecht  aus  Hermopolis
zu  Hause  war.  Um  so  bemerkenswerther  ist  es,  dass  Hermopolis  gegenüber ­
  Achunaten  die  dem  Culte  der  Sonnenscheibe  gewidmete  Residenz
erbaute.  Gegenüber  dem  Amonscultus,  der  unter  den  Thutmosiden  alle
übrigen  Culte  zurückgedrängt  hatte,  hat  Achunaten  es  versucht,  den
uralten  Sonnencultus,  mit  einzelnen  rituellen  Aenderungen  wieder  in
            
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