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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

deren  Anwendung  man  die  Götter  schauen  konnte.  Besonders
häufig  wurde  die  Lekanomantie  angewendet,  von  der  in  einem
anderen  Zusammenhänge  näher  die  Rede  sein  wird.  Der  letzte
König  Aegyptens,  Ncctanebos,  der  bekanntlich  ein  grosser
Zauberkünstler  war,  wendete  nach  dem  Pseudo-Kallisthenes  1
auch  beim  Heranrücken  der  Perser  seine  Künste  an,  er  sah  in
eine  Xsxcfej  und  bemerkte,  dass  die  Götter  der  Aegypter  die
Schiffe  der  Feinde  steuerten  und  ihren  Heeren  den  Weg  wiesen;-er
  erkannte,  dass  er  verloren  sei.  Die  Quelle,  der  dies  entnommen ­
  ist,  rühmt  von  ihm,  er  sei  eiOiapivcx;  xoiq  Osoü;  aü-rou  op.iXeiv.
War  es  von  Seiten  des  gemeinen  Aegypters  ein  todeswürdiges ­
  Verbrechen,  sich  der  Magie  zu  ergeben,  so  ist  es
natürlich,  dass  ein  ähnliches  Vorgehen  von  Seiten  Pharao’s
ebenfalls  von  unheilvollen  Folgen  begleitet  sein  musste.  Den
besten  Beweis  hiefür  und  zugleich  den  besten  Commentar  zu
dem  ganzen  Exodusfragmente  liefert  uns  die  Erzählung  von
Chamois.  Das  von  Gott  Thot  eigenhändig  niedergeschriebene
Buch,  welches  unter  anderem  auch  Formeln  enthielt,  durch
deren  Anwendung  man  Rä  sammt  seinem  Götterkreis  und  Aah,
den  Mondgott  schauen  konnte,  bringt  seinem  jedesmaligen  Besitzer ­
  nur  Unglück.  Durch  die  Aneignung  des  Buches  hatte
Neferchophtah  3  den  Gott  Thot  geschädigt,  der  sich  auch
beeilte,  bei  Rä  Klage  zu  führen.  Rä  billigt  die  Anklage  und
lässt  nicht  blos  Neferchophtah,  sondern  auch  die  Seinigen
das  Vergehen  mit  dem  Leben  blissen.  Wie  hier  nicht  blos
Neferchophtah,  sondern  auch  seine  ganze  Familie  büssen  muss,
1  E(l.  Karl  Müller.
2  Aehnlich  im  Traume  Nebukadnezars  bei  Abydenus  (Fragm.  9  bei  Müller,
Frgg.  Hist.  Graec.  IV,  283).
3  Die  übliche  Lesung  Ptahnoferka,  ^  §  J)  f  ^  ist  gegenüber

der  Transscription  NEysp/ypy),;  des  Namens

definitiv  aufzugeben. ­

  Maspero  hat,  wie  seine  Lesung  Neferkephtah  zeigt,  dies  bereits
gethan.  Dass  der  mittlere  Bestandtheil  des  Namens  yto  zu  lesen  ist,
zeigt  die  Transscription  Kwywp]  des  liierogl.  ?  I  und  der  Name
Xou-njp  der  beim  Pseudo-Eratosthenes  (Nr.  27)  taupo;  rupavvos  interpreführt.

  Ueber  die  Ertiert

  wird,  was  auf  ein  hierogl.  ^£11  Jl  1  l  l

kliirungen  der  pseudo-eratosthenischen  Liste  vgl.  unsere  ,Historisch-philologischen ­
  Analekten  I‘  in  der  Aeg.  Z.  1883,  S.  80.
            
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