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Krall.
den ersten Blick einleuchtend, dass Pharao etwas Ungewöhnliches
will. In der Pianchi Stele 1 lesen wir, dass König Pianchi
in Heliopolis angelangt die Treppe nach dem grossen Schaufenster
hinaufstieg, um zu schauen den Gott Rä im Hause des
Spitzwürfels .... ,Er löste die Riegel und schaute seinen Vater
Rä in dem hohen Hause des Spitzwürfels und die Morgenbarke
des Rä und die Abendbarke des Tumh Ein ähnlicher Vorgang
liegt bei dem von Manetho Amenophis genannten Könige nicht
vor. Hier handelt es sich um mehr. Was Pianchi thut ist
ein frommes Werk, was Amenophis vornimmt ist geeignet,
den Zorn (/oXov) der Götter hervorzurufen. Amenophis lässt
ja, um zu seinem Ziele zu gelangen, ganz Aegypten von den
Aussätzigen und Unreinen säubern, man sollte doch denken,
dass diese That geeignet gewesen wäre, ihm die Gunst der
Götter zu sichern. Statt dessen trifft als Strafe für das Vorgehen
dreizehnjähriges Unheil — es ist wohl das erste Mal, dass
die Zahl dreizehn als Ungltickszahl sich nachweisen lässt —
König und Land. Der weise Amenophis giebt sich selbst im
Bewusstsein seiner Schuld den Tod. Den Grund des Zornes
der Götter giebt Manetho selbst an: si ßiaaQevxe? oipÖ^GOvxai. Die
gewaltsamen Mittel, durch deren Anwendung es Amenophis
gelingt, die Götter gegen ihren Willen zu schauen, sind, wie
sich leicht zeigen lässt, böse Zauberkünste. Nicht umsonst
wird der Seher Amenophis als \m'my.bq üvjp bezeichnet.
Die alten Aegypter waren fest überzeugt, dass durch Anwendung
von Magie Alles sich erreichen liess, was nur des
Menschen Sinn begehren konnte. Die Rollen, in denen die
Zauberformeln zu lesen waren, lagen, das wusste man, wohlverwahrt
im Hause Pharao’s. Todesstrafe traf aber denjenigen,
der es wagte, sich in ihren Besitz zu setzen und sie zur Anwendung
zu bringen. Plieratische Rollen melden uns von einem
gewissen Penhuiban, der überwiesen wurde, aus dem Palaste
Ramses II. Schriften magischen Inhaltes entwendet und auf
Grund derselben Wachsmännchen und Liebesmittel verfertigt
zu haben. 2 Er musste sich selbst tödten. War der Selbstmord
die Todesart, zu der man die Zauberer zwang, so liegt es nahe,
1 Z. 103 und 104.
2 Vgl. Revillout, Revue egypt. I, 163: Les arts egyptiens.