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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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Tctlimosis,  in  den  Tomoi  dagegen  correct  Amosis. 1  Die  Abweichungen, ­
  welche  bald  Richtigstellungen,  bald  Verschlimmbesserungen ­
  sind,  zeigen  uns  wieder,  dass  die  Tomoi  und  die
Atyimt<r/.d  einen  gemeinsamen  Autor  nicht  haben  können.  Da
uns  die  klymma.v.ä  in  ihrer  Gesammtbeit  verloren  gegangen  sind,
so  wird  sich  das  Abhängigkeitsverhiiltniss  der  Töp.ot  von  den
Bi'ßho'.  freilich  nie  ganz  klarstellen  lassen.
Das  zweite  manethonische  Fragment  I,  15  ist  trotz  seiner
antiquarischen  Genauigkeit  nichts  anderes  als  die  ägyptische
Fassung  der  Erzählung,  die  Herodot  aus  dem  Munde  seiner
Führer  vernommen  und  II,  107  schriftlich  fixiert  hat.  Der  Vergleich ­
  beider  Fassungen  unter  Heranziehung  des  ergänzenden
Berichtes  Diodor’s,  I,  57,  6—8,  ist  lehrreich  genug.  Herodot
erzählt,  Sesostris  habe  bei  seinem.  Auszuge  seinen  Bruder  über
Aegypten  als  iVxp-cc  eingesetzt.  Dieser  habe  den  zurückkehrenden ­
  König  beim  pelusischen  Daphne  bewirthet,  hierauf
jedoch  das  Zelt,  in  dem  sich  Sesostris  mit  Frau  und  Kindern
aufhielt,  in  Brand  gesteckt.  Nur  durch  Aufopferung  zweier
Söhne  konnten  die  übrigen  gerettet  werden.  So  erzählt  der
Grieche.  Der  Aegypter  Manetho  erzählt  dagegen  ganz  anders.
Er  berichtet,  dass  Hermaios  offen  nach  des  Bruders  Reich
trachtete.  Die  Aneignung  des  königlichen  Harems  ist,  wie  der
Vorgang  Absalom’s 2  zeigt,  echt  orientalisch.  Man  musste  sich
natürlich  fragen,  was  die  Anhänger  des  Sesostris  thaten,  um
1  Die  Sache  verhält  sicli  wahrscheinlich  anders.  Wir  glauben,  dass  Lepsius
recht  gesehen,  als  er  annahm,  der  sechste  und  siebente  König  der  Liste
(Mr)^p«y[j.oiiOci)at;  und  0p.wai?)  seien  mit  den  Königen  Mia<ppay|j.ouOcoai;
('AXioippayiioiOtoai;  ist  natürlich  nichts  als  eine  alte  Verschreibung,  AAl
=  Ml)  und  0oü|j.p.(ooi;  identisch,  welche  im  Hykschosfragmente  als  Vertreiber
  der  Hykschos  auftreten.  Manetho  hat  die  Befreiung  Aegyptens  von
der  Fremdherrschaft  später  angesetzt,  als  es  nach  den  Monumenten  der
Fall  war.  Das  Richtige  scheint  zuerst  Ptolemaios  von  Mendes  gegeben
zu  haben.  Dessen  Ansatz  geben  die  Tomoi,  gab  wohl  auch  die  Liste,
welche  Josephus  vorlag,  von  der  er  uns  I,  15  ein  Bruchstück  giebt.  Fand
nun  Josephus  in  dieser  Liste  den  Auszug  der  Hykschos  unter  einem
Könige  Amosis  —  dem  ersten  in  der  Reihe  —  vermerkt,  so  ist  nichts
natürlicher  als  dass  er  der  Ansicht  war,  dieser  sei  der  König  Tethmosis
des  Fragments  und  dementsprechend  den  Namen  Amosis  durch  Tethmosis ­
  ersetzte.  Einen  ähnlichen  Fehler  haben  wir  bereits  oben  S.  387
beobachtet.
2  II  Samuelis,  16,  22.
            
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