402
Krall.
den Ktesianischen Angaben — und ich wüsste nicht, welche
anderen Manetho benützt haben sollte 1 ■— ansetzen muss.
Daraus folgt, dass die Ansätze von Böckh, Bunsen und Unger,
nach denen der Beginn der Hykschosherrschaft 2607, 2547,
2518 v. d. ehr. Aera fiel, weit von dem abweichen, was Manetho
aufgestellt hatte. Den Grund dieser falschen Ansätze haben
wir an einer anderen Stelle näher erörtert. 2 Die Ansätze von
Lepsius (2101) und Brugsch (2115) kommen dagegen der
Wahrheit viel näher. Gewiss hat Manetho an unserer Stelle bei
den ’Acoöpioi nicht an die ersten Assyrerkönige gedacht, er hätte
sich sonst mit der angeblichen Eroberung und Beherrschung
Aegyptens durch Ninos undSemiramis auseinandersetzen müssen.
Eine Beherrschung Aegyptens von Assyrien aus unter den
unmittelbar den Hykschos vorausgegangenen Königen, von
denen die Tomoi nur die Gesammtsummen angeben und auch
Manetho gewiss nicht viel melden konnte, hatte dagegen nichts
Auffallendes.
Werfen wir zum Schluss einen Blick auf die entsprechenden
Theile der Tomoi, so zeigt sich eine, bei literarischen
Producten, die angeblich auf denselben Autor zurückgehen,
seltene Verschiedenheit. Nach Manetho waren die Hykschos
to yEvoq äV/jp-oi, daneben verzeichnete er auch eine andere Ansicht,
welche sie zu Arabern machte, was ja schliesslich auf dasselbe
hinauskam. Massgebend für die letztere Annahme waren
die Zustände, wie sie sich in der Perserzeit entwickelt hatten.
Von Kadytis (Gaza) bis Jenysos gehörte nach Herodot’s Angabe
die Küste den Arabern, 3 von denen gewiss zu Zeiten die
Grenzgebiete Aegyptens viel zu leiden hatten. Die Tomoi
machen dagegen die Hykschos zu Phönikern. Der erste Hykschoskönig
heisst bei Manetho correct Salatis, in den Tomoi
dagegen hak-qc. Der Zusatz a<s’ ou y.cci 6 Zafir]; vogöq, der natürlich
unsinnig ist, zeigt, dass hier eine einfache Verschreibung
nicht vorliegt. Der Vertreiber der Hykschos heisst bei Manetho
1 llerodot I, 95 lässt das Assyrerreicli gar nur 520 Jahre vor dem Abfalle
der Meder beginnen.
2 Manethonisclies Geschichtswerk, S. 50 [170] f.
3 III, 5. Man denke ferner an den König der Araber, der bei Diodor erwähnt
wird, XIII, 46.