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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

den  Ktesianischen  Angaben  —  und  ich  wüsste  nicht,  welche
anderen  Manetho  benützt  haben  sollte 1  ■—  ansetzen  muss.
Daraus  folgt,  dass  die  Ansätze  von  Böckh,  Bunsen  und  Unger,
nach  denen  der  Beginn  der  Hykschosherrschaft  2607,  2547,
2518  v.  d.  ehr.  Aera  fiel,  weit  von  dem  abweichen,  was  Manetho
aufgestellt  hatte.  Den  Grund  dieser  falschen  Ansätze  haben
wir  an  einer  anderen  Stelle  näher  erörtert. 2  Die  Ansätze  von
Lepsius  (2101)  und  Brugsch  (2115)  kommen  dagegen  der
Wahrheit  viel  näher.  Gewiss  hat  Manetho  an  unserer  Stelle  bei
den  ’Acoöpioi  nicht  an  die  ersten  Assyrerkönige  gedacht,  er  hätte
sich  sonst  mit  der  angeblichen  Eroberung  und  Beherrschung
Aegyptens  durch  Ninos  undSemiramis  auseinandersetzen  müssen.
Eine  Beherrschung  Aegyptens  von  Assyrien  aus  unter  den
unmittelbar  den  Hykschos  vorausgegangenen  Königen,  von
denen  die  Tomoi  nur  die  Gesammtsummen  angeben  und  auch
Manetho  gewiss  nicht  viel  melden  konnte,  hatte  dagegen  nichts
Auffallendes.
Werfen  wir  zum  Schluss  einen  Blick  auf  die  entsprechenden ­
  Theile  der  Tomoi,  so  zeigt  sich  eine,  bei  literarischen
Producten,  die  angeblich  auf  denselben  Autor  zurückgehen,
seltene  Verschiedenheit.  Nach  Manetho  waren  die  Hykschos
to  yEvoq  äV/jp-oi,  daneben  verzeichnete  er  auch  eine  andere  Ansicht,
welche  sie  zu  Arabern  machte,  was  ja  schliesslich  auf  dasselbe
hinauskam.  Massgebend  für  die  letztere  Annahme  waren
die  Zustände,  wie  sie  sich  in  der  Perserzeit  entwickelt  hatten.
Von  Kadytis  (Gaza)  bis  Jenysos  gehörte  nach  Herodot’s  Angabe
die  Küste  den  Arabern, 3  von  denen  gewiss  zu  Zeiten  die
Grenzgebiete  Aegyptens  viel  zu  leiden  hatten.  Die  Tomoi
machen  dagegen  die  Hykschos  zu  Phönikern.  Der  erste  Hykschoskönig
  heisst  bei  Manetho  correct  Salatis,  in  den  Tomoi
dagegen  hak-qc.  Der  Zusatz  a<s’  ou  y.cci  6  Zafir];  vogöq,  der  natürlich ­
  unsinnig  ist,  zeigt,  dass  hier  eine  einfache  Verschreibung
nicht  vorliegt.  Der  Vertreiber  der  Hykschos  heisst  bei  Manetho

1  llerodot  I,  95  lässt  das  Assyrerreicli  gar  nur  520  Jahre  vor  dem  Abfalle
der  Meder  beginnen.
2  Manethonisclies  Geschichtswerk,  S.  50  [170]  f.
3  III,  5.  Man  denke  ferner  an  den  König  der  Araber,  der  bei  Diodor  erwähnt ­
  wird,  XIII,  46.
            
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