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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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Mit  den  Jahresangaben,  welche  sich  im  Hykschosfragmente
  vorfinden,  haben  wir  hier  uns  nicht  zu  beschäftigen.
Nur  auf  einen  Umstand  wollen  wir  hinweisen,  der  von  Wichtigkeit ­
  für  die  annähernde  zeitliche  Fixierung  des  Hykschoseinbruches
  —  nach  der  Ansicht  Manetho’s  —  uns  zu  sein
scheint.  Manetho  erzählt  nämlich,  der  erste  Hykschoskönig
habe  die  gegen  Sonnenaufgang  gelegenen  Gebiete  Aegyptens
besonders  befestigt,  itpoopwp.evo!;  ’Aa-aupi'wv  xöxs  ij.eKov  ia^uövxwv  ecopivvjv
  «u9u|jiiav  auxrjt;  ßastAei'ai;  etpoSou.  Hier  liegt  natürlich
keine  historische  Ueberlieferung  vor.  Ein  assyrisches  Reich
gab  es  damals  nicht,  vielleicht  nicht  einmal  die  Stadt,  nach
der  das  Reich  den  Namen  erhalten  hat.  Für  Aegypten  ist
Assyrien  erst  seit  dem  neunten  Jahrhundert  gefährlich  geworden. 1
Für  Manetho  standen  die  Dinge  anders.  Der  Glaube  an  eine
lange  Herrschaft  der  Assyrer  über  Asien  war  festgewurzelt.
Ktesias  hatte  demselben  feste  Formen  gegeben  und  die  Namen
und  Regierungsjahre  der  einzelnen  Fürsten,  von  Ninos  und
Semiramis  ab,  fein  und  säuberlich  verzeichnet.  Man  wusste
nun,  dass  über  tausend  Jahre  vor  dem  trojanischen  Krieg
Ninos  das  assyrische  Reich  gegründet  hatte. 2  Manetho  kann
unter  den  Assyrern,  gegen  welche  Salatis  und  seine  Nachfolger
sich  zu  schützen  hatten,  nur  an  Ninos  und  seine  Nachfolger
gedacht  haben.  Da  er  nun  die  grossen  Befestigungsarbeiten
der  Hykschos  im  östlichen  Delta  durch  die  Existenz  eines
grossen  Assyrerreiches  zu  erklären  suchte,  musste  ihm  der  Beginn ­
  der  Hykschosherrschaft  selbstverständlich  nach  der  Reichsgründung ­
  fallen,  die  man  rund  um  2200  v.  d.  ehr.  Aera  nach

ein  neuer  Beleg  für  die  Genauigkeit,  mit  der  Tacitus  seine  Quellen  verwerthete.

1  Damit  ziehe  ich  die  von  mir  längst  aufgegebenen  Bemerkungen  über
die  Vorgänger  des  Königs  Scheschonk  (Manethonisches  Geschichtswerk
S.  70  [190]  £.),  welche  auf  der  damals  wie  heute  allgemein  verbreiteten
aber  dennoch  irrigen  Vorstellung  von  der  Macht  des  assyrischen  Keiches
unter  Tiglathpilesar  I.,  die  in  Wirklichkeit  für  Aegypten  nicht  im  mindesten ­
  in  Betracht  kam,  gegründet  waren,  einfach  zurück.  Das  richtige  hat
Stern,  Aeg.  Z,  1883,  S.  15  f.  und  Beilage  zu  der  Allgemeinen  Zeitung
(Die  Libyer  im  Altertliume)  1882,  4.  Juni,  Nr.  155.
2  Diodor,  II,  22.  Teuxap-ou  yap  ßaaileuovxos  -rij;  ’Aalai;  o;  vjv  elxoaxo;  äro
Ntviou  toü  SepipapiSos,  tpaai  tou?  [J.et 1  ’Ayape'pvovos  "EXArjvas  em  Tpoiav  cjrpa-TEÜaai
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26*
            
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