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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

und  die  Macht  der  xaXatoi  ßactXsTc  ins  Unermessliche  zu  erheben.
Die  glänzende  Vergangenheit,  in  der  alles  überboten  war,  was
andere  Völker,  vor  Allem  die  Herren  Aegyptens  die  Perser,
Griechen,  Römer  seitdem  geleistet  hatten,  sollte  ein  Ersatz  für
die  elende  Lage  in  der  Gegenwart  sein.  So  wuchs  in  der
Ptolemäerzeit  das  Heer  des  Sesostris  zu  600.000  Mann 1  zu  Fuss
an,  so  erfuhr  Germanicus  in  Theben  ,habitasse  quondam  septinginta
  milia  aetate  militari 4 . 2  Nach  der  missglückten  Unternehmung ­
  des  Dareios  gegen  die  Skythen  wusste  man  zu  erzählen,
dass  Sesostris  die  Skythen  unterworfen  hatte, 3  nach  den  Zügen
Alexanders  liess  man  ihn  den  Ganges  überschreiten  und  Indien
bis  zum  Ocean  sich  unterwerfen. 4  Was  wollten  die  Eroberungen
der  Römer  in  Asien  im  Vergleich  mit  den  Thaten  des  einen
Sesostris-Ramses  bedeuten.  Wie  interessant  war  es  vollends
für  Germanicus,  der  eben  aus  Kleinasien  kam,  wo  er  Kappadokien
  als  Provinz  eingerichtet  hatte,  zu  vernehmen,  dass  bereits ­
  Ramses  die  Kappadoker  unterworfen  hatte. 5
1  Diodor  I,  54.  Das  Heer  des  Osymandyas  wird  I,  47  auf  400.000  Fussgänger
  und  20.000  Reiter  angegeben.  Das  Bruchstück  über  Osymandyas
ist  im  Gegensätze  zu  den  übrigen  Theilen  des  ersten  Buches  Diodors  Heketaios
  von  Abdera  entnommen.  Vgl.  unser  Manetlio  und  Diodor  S.  39
[273]  A.  2.  Nicht  blos  die  ausdrückliche  Nennung  des  Namens,  sondern
der  ganze  Charakter  des  Fragments  lässt  uns  dies  erkennen.  Das  Stück
ist  von  einem  Griechen  für  Griechen,  denen  die  ägyptischen  Einrichtungen ­
  fremd  waren,  geschrieben.  Die  Eigenart  des  ägyptischen  Bauwerkes ­
  wird  durch  Vergleichung  mit  Vorstellungen,  welche  den  Griechen
geläufig  waren,  verdeutlicht.  So  I,  48,  5  otzov  ujidp^siv  ujidarukov  w8e(ou
rponou  zaTa'i/.EuaapE'jou  und  I,  49,  4  oixov  ilxoofxKvov.
2  Tacitus,  Annales  II,  60.
3  Herodot  II,  110.  Dass  Herodot  VII,  20,  wo  er  anlässlich  des  Xerxeszuges,
  die  grossen  Heereszüge  der  Vorzeit  und  unter  ihnen  auch  den
Zug  des  Dareios  gegen  die  Skythen  anführt,  den  nach  II,  110  bedeutenderen ­
  Zug  des  Sesostris  nicht  erwähnt,  ist  auffallend  genug.  Nach
Bauer  hätte  man  anzunehmen  —  und  dies  ist  doch  das  wahrscheinlichste
—  Herodot  sei  bei  der  Niederschrift  von  VII,  20  von  dem  Zuge  des
Sesostris  keine  Kunde  zugekommen;  nach  Kirchhoff  müsste  man  dagegen ­
  annehmen,  Herodot  habe  bei  Niederschrift  von  VII,  20  das
II,  110  Erzählte  einfach  vergessen,  denn  dass  der  grosse  Zug  des  Sesostris
in  die  erepoci  npb;  Taurrjai  y 170 ! 147 “ 1  0TpaT7]Xa(jlai  VII,  21  einbegriffen  sei,
scheint  kaum  glaublich.
4  Diodor  I,  55.
5  Tacitus,  a.  a.  O.  Die  Erwähnung  Kappadokiens,  die  erst  in  dem  oben
angeführten  Zusammenhänge  ihre  wahre  Bedeutung  erhält,  ist  gewiss
            
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