Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
397
zur Anfertigung von Statuen verwendete Steinart bezeichnet.
Sollte diese Grleichsetzung die Zustimmung der Facligenossen
finden, so hätten wir das älteste Beispiel einer Hebung gewonnen,
welche in der Ptolemäerzeit, wie bereits oben 1 dargethan wurde,
so häufig sich nachweisen lässt. Wir könnten daraus ferner
mit grosser Wahrscheinlichkeit folgern, dass Ahmes aus einer
semitischen Familie stammte, gleich den am Amonstempel in
Theben beschäftigten Nachkommen eines gewissen Pethbäl,
□
von denen ein Denkstein aus der Zeit Amenothes I.
meldet.' 2 Ueber die Namen der anderen Hykschoskönige bei
Manetho haben wir nichts beizubringen.
Wir können die Ausführungen über die Namen der Könige
der ujcoc, der Iloipivei; nicht abschliessen, ohne des Namens des
,TOijxeyo; <I>cX!iios‘ zu gedenken, der nach Herodot (II, 128) zur
Zeit des Cheops und Chephren bei den Pyramiden Vieh weidete.
Neben dh/l-cco? giebt es eine andere Lesart, nämlich «biXificovo?. 3
Schon längst hat man in dem herodoteischen Berichte eine
dunkle Erinnerung an die Plykschosherrschaft erkannt. Der
Name entspricht einem hieroglyphischen Phiß(L)ethen
und ist ähnlich wie die Namen Phi-Chal 4
AAA/W\ q VIfÜ Q
und Tha-Cheta oder wie DHP£, Plii-Nelias, der Neger
gebildet. Bemerkenswerth ist auch hier die dem memphitischen
Dialekte eigenthümlichc Vorliebe für l statt r. 5 Für den Vertreter
der Hykschos in der Volkssage 0 war der Name ,Der
1 S. 338.
2 Brugsch, Geschichte Aegyptens, S. 239.
3 Herodot, ed. Stein, II, 128.
1 So hiess ein Sohn Psametiks. Darin kann ich Stern, Aeg. Z. 1883, S. 15
nicht beistimmen, der diesen Namen für Libysch hält. Der Name der
Gemahlin des Amasis h o D zeigt, dass damals in Aegypten Namen
(J ^ rv'V-O
dieser Bildung üblich waren. Psametiks Aufmerksamkeit war, wie die
Erzählung von der neunundzwanzigjährigen Belagerung der Stadt Azotos
bei Herodot (II, S. 157) zeigt, im höchsten Maasse auf Syrien gerichtet.
5 Stern, §. 13. In den Tomoi ist sie auch nachzuweisen: II, 4 Tlas (Aa,c
lingua), XII, 4 Lachares, XXI, 4 Nefelcheres (Afr. neben Neferclieres),
XXII, 6 Thakeloth.
6 Büdinger, Zur ägyptischen Forschung Herodots, 20 [580] f.